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Schleier in der Galerie geben neue Orientierung

Lehrte Schleier in der Galerie geben neue Orientierung

Schleierhaft wird es den Besuchern vorkommen, die am Freitag die Vernissage der Ausstellung „The Protecting Veil - Umhüllungen II“ besuchen. Und zwar im wahrsten Sinn des Wortes.

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Schleier zur Entschleunigung: Künstlerin Ulli Böhmelmann (links) baut mit ihrer Nichte Lena Bunge die Installation in der Städtischen Galerie auf.

Quelle: Michael Schütz

Lehrte. Die Künstlerin Ulli Böhmelmann hat die vergangenen zwei Wochen daran gearbeitet, in der Städtischen Galerie eine Installation aus weißem Baumwollstoff aufzubauen. Bis zum 13. September werden die Besucher die Gelegenheit haben, diese zu begehen.

Damit betreten sie ein Ensemble, das einmalig ist. Drei raumhohe, trichterförmige Gebilde erwarten die Gäste. Die Form, das Material und die Anzahl der Trichter sind dabei beeinflusst von dem Ort, an dem sie aufgebaut sind, erklärt die 45-jährige Kölnerin. „Ich habe fast immer eine intuitive Idee, wenn ich einen Ausstellungsraum zum ersten Mal sehe.“

In Lehrte seien beispielsweise die große Höhe der Galerie und seine viereckigen Abmessungen wichtige Faktoren. Daraus ergebe sich dann die Installation. Ganz profane Dinge spielten ebenfalls eine Rolle, sagt die gebürtige Mainzerin. Die Trichter durfte sie nur an den Stürzen der Decke befestigen. Deswegen seien es nur drei Trichter geworden.

Die Installation habe mehrere Aspekte, wie Böhmelmann erklärte. Für sie selbst sei es eine Entschleunigung. „Ich bin eher eine schnelle Person.“ Die Schleier zwängen sie zur Verlangsamung. Es gehe dabei um die Wahrnehmung des Raumes. „Wenn man von A nach B hetzt, nimmt man den Raum dazwischen nicht mehr wahr.“

Gleichzeitig stehe der Stoff für Verhüllung und Schutz. Der erste Trichter empfange den Besucher sehr offen. Die weiteren Objekte würden immer enger. „Es wird einem darin die Orientierung genommen.“ Damit sei man an einem Punkt, an dem man eine neue Orientierung finden könne, betonte Böhmelmann einen weiteren Aspekt.

Die Ausstellung in der Städtischen Galerie, Alte Schlosserei 1, wird am Freitag, 17. Juli, um 19 Uhr eröffnet. Die Begrüßung übernimmt Bürgermeister Klaus Sidortschuk, die Einführung gibt Julienne Franke vom Kulturamt.

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