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Schulstress: Experten diskutieren mit Ministerin

Lehrte Schulstress: Experten diskutieren mit Ministerin

Leistungsdruck und fordernde Eltern: Auf Einladung der Lehrter Grünen haben Schulleiter und Pädagogen am Mittwoch mit Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic über Stress in Schule und Hochschule diskutiert.

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Podiumsdiskussion in der Alten Schlosserei (von links): Beate Forgber, Gabriele Heinen-Kljajic, Rainer Nustede, Burkhard Kappe und Michael Lichtblau sprechen über Schulstress und Mobbing.

Quelle: Katja Eggers

Lehrte. Der Bildungsstress beginnt schon bei den Jüngsten, zieht sich durch alle Schulformen und Klassen und endet auch nicht im Studium. Darüber waren sich die Experten bei der Podiumsdiskussion vor rund 100 Zuhörern in der Alten Schlosserei einig. "Schon ab der ersten Klasse üben Eltern einen enormen Druck auf die Schule aus", sagte Beate Forgber, Leiterin der Lehrter Albert-Schweitzer-Grundschule. "Da werden die Kollegen genau verglichen, und wehe in der Parallelklasse wurde ein Buchstabe schon früher eingeführt."

Auch die Eltern stehen unter Druck, um ihre Kinder in die bestmögliche Ausbildung zu bekommen. Früher habe das Kind eines Elektrikers auch Elektriker werden dürfen. "Heute wird ein Studium angestrebt", sagte Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne).

Michael Lichtblau von der Leibniz Universität Hannover forderte, dass Bildung künftig stärker auf individuelle Interessen der Schüler ausgerichtet werden soll: "Wir müssen weg vom gesetzlich verordneten Gleichschritt."

Es sei schön, wenn an den Schulen mehr die Begabung der Schüler gefördert würde, ohne dass stets die "arbeitsmarkttechnische Verwertbarkeit" im Vordergrund stehe, betonte Heinen-Kljajic. Dies sei jedoch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und sehr schwierig.

Um Stigmatisierung zu vermeiden und Kinder nicht zu früh in Überflieger und Versager einzuteilen, forderte Burkhard Kappe, Leiter der Hauptschule Lehrte und des örtlichen Kinderschutzbundes, Kinder möglichst lange gemeinsam lernen zu lassen.

An den Hochschulen setze sich der Stress fort. Zum Leistungsdruck käme für Studenten nun oft auch noch der Stress, ihr Studium zu finanzieren. "Die Abschaffung der Studiengebühren in Niedersachsen war der richtige Weg", betonte die Ministerin.

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Von Katja Eggers

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