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Schwerbehinderten bleibt Reise verwehrt

Seniorenfahrten in Lehrte Schwerbehinderten bleibt Reise verwehrt

Bei den Seniorenfahrten der Stadt Lehrte müssen Schwerbehinderte zu Hause bleiben: Die eingesetzten Busse sind nicht behindertengerecht ausgestattet und stellen für Rollstuhlfahrer ein großes Problem dar - das musste eine Lehrterin am eigenen Leib erfahren.

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Für Rollstuhlfahrer sind die Busse der Seniorenfahrten in Lehrte ungeeignet.

Quelle: HAZ-Archiv

Lehrte. Schwerbehinderte haben bei den beliebten Seniorenfahrten der Stadt schlechte Karten. Die Busse, die dabei zum Einsatz kommen, sind nicht behindertengerecht ausgestattet. Der Einstieg ist lediglich über Stufen möglich und stellt für Behinderte, die ihren Rollstuhl nicht verlassen können, ein großes Problem dar.

Das hat auch die Lehrterin Ulrike Frommer erfahren. Bei der Seniorenfahrt im vergangenen Jahr begleitete sie eine Schwerbehinderte. „Wir mussten uns die Stufen regelrecht hochquälen. Ohne tatkräftige Unterstützung zweier Helferinnen hätten wir es gar nicht geschafft“, sagt Frommer. Noch einmal will sie diese Strapazen jedoch nicht aufnehmen. „Mit einem solchen Bus ist es uns leider unmöglich erneut an der Seniorenfahrt teilzunehmen“, bedauert Frommer. Bei der Stadt hat sie nun angeregt, bei den Seniorenfahrten künftig Behindertenbusse mit Liften einzusetzen.

Mit ihrer Forderung ist Frommer nicht allein. Der Stadt ist das Problem bekannt. „Wir bekommen immer mal wieder Anfragen“, sagt Stadtsprecher Fabian Nolting. Gespräche mit Anbietern, Vereinen und Verbänden seien bereits angelaufen. Im Sozialausschuss war das Thema Anfang April ebenfalls auf der Tagesordnung.

Eine Kostenfrage

Derzeit prüfe die Stadt die Angebote von Busunternehmen, sagt Nolting: „Das Ganze ist auch eine Kostenfrage.“ Für die vier Seniorenfahrten Ende Juni sei im Haushalt jedoch noch kein Geld eingeplant.

Ein größeres Problem als die Kosten stelle jedoch der immense organisatorische Aufwand dar. „Einen Schwerbehinderten mithilfe eines Liftes in den Bus zu heben, dauert 15 bis 20 Minuten“, sagt Nolting. Bei mehreren Betroffenen würde sich die Wartezeit für die Reisenden, die bereits im Bus sitzen, dann erheblich verlängern. Die Stadt müsse zudem klären, wie viele Senioren das Angebot des Behindertenbusses überhaupt nutzen würden, sagt Nolting.

An den Fahrten haben bisher jährlich rund 800 Senioren teilgenommen. Für die vier Termine in diesem Jahr liegen bereits 880 Anmeldungen vor.

Katja Eggers

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