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Seeterrassen eröffnen im August wieder

Lehrte Seeterrassen eröffnen im August wieder

Noch ruht es still, das Haus am Lehrter See - doch das hat bald ein Ende: Dennis Gennermann ist der neue Pächter der Seeterrassen am Hohnhorstsee. Am 2. August steigt die Eröffnung mit in einem Foodtruck zubereiteten Speisen. Danach ist vorerst immer mittwochs geöffnet.

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Damit seine Gäste bald den malerischen Ausblick über den Hohnhorstsee genießen können, zupft Pächter Dennis Gennermann auf der Terrasse schon mal Unkraut.

Quelle: Sandra Köhler

Lehrte. Für Gennermann, der das Kochen in einem Restaurant in Hemmingen gelernt hat, ist das idyllische Lokal am Hohnhorstsee kein Neuland. 2014 war er dort Küchenchef im Thonetti. "Viele Leute kennen mich noch", sagt der Lehrter, der mit einem Partner seit 14. November  das Restaurant Alt-Oesselse in Laatzen betreibt. Die dortigen Betriebsferien nutzt er, um gemeinsam mit seiner Frau und Töchterchen Emma die Seeterrassen auf Hochglanz zu bringen. "Darf ich jetzt drinnen putzen?" fragt die Dreijährige eifrig und ist kaum zu stoppen.

Langfristig braucht der neue Pächter eine neue Küche und eine Bestuhlung für die Terrasse. Aber große Investitionen wären vermessen, da der Pachtvertrag mit Besitzer Detlef Molsen erst einmal nur bis zum Ende des Jahres festgeschrieben ist. Denn Molsen steht Gennermann zufolge in Verhandlungen mit der Stadt über einen etwaigen Verkauf und eine Nutzung des Lokals als Vereinsheim, wenn der Kleingartenverein Feierabend an den Hohnhorstsee umziehen sollte. "Wenn es gut läuft, will ich ihn überzeugen, das nicht zu tun, sondern fest an mich zu verpachten", blickt der Gastronom nach vorn. Dann könne er sich auch vorstellen, nicht nur einen, sondern sechs Tage in der Woche zu öffnen.

Doch erst einmal muss er die Lehrter für sich gewinnen, die nach den häufigen Pächterwechseln in den vergangenen Jahren skeptisch geworden sind. Das will er durch persönliche Anwesenheit und Qualität erreichen: "Wenn ich den Laden betreibe, müssen mich die Leute auch sehen." Frische bodenständige Küche mit mediterranem Einschlag, auch mal Hausmannskost will er anbieten - aber auf keinen Fall Tiefkühlkost. Und die Öffnungszeiten sollen verlässlich sein. Zunächst zwar nur mittwochs, "aber dafür von 12 Uhr bis open end".

Doch nicht nur in Gastraum und Küche gibt es viel zu tun. Auch das Außengelände verlangt nach Aufmerksamkeit. Wo vor Kurzem noch Ostereier in den Büschen hingen, müssen Unkraut entfernt sowie der Ministrand und Biergarten in Schuss gebracht werden. "Alles muss sauber sein, damit sich die Gäste wohlfühlen", weiß Gennermann. Schöne Tischdecken, Stuhlüberzüge: stimmige Details sollen das Ausflugsziel attraktiv machen. Gennermann plant zudem, einen gut einsehbaren Kinderspielplatz anzulegen - und den See wieder befahrbar zu machen. Seine Großeltern gehören dem Paddel-Klub Hannover an, über die versucht er gerade, Boote zu bekommen, damit wieder auf dem See gepaddelt werden kann. "Tretboote sind in der Anschaffung leider zu teuer."

Zur Eröffnung am 2. August ab 16 Uhr fährt Gennermann einen imposanten Foodtruck auf. "Der ist innen besser ausgestattet als manche Küche, und man kann damit eine Menge machen." Zum Beispiel selbstgemachte Burger. Und seinen heimlichen Renner, eine Tomaten-Mango-Suppe. "Die passt schön zum Sommer, ist ein wenig süß, perfekt für Frauen und auch eine tolle Alternative zur klassischen Hochzeitssuppe", sagt der Koch. Nach diesem Auftakt, zu dem er nicht zuletzt dank des großen Interesses in einer Lehrter Facebook-Gruppe 200 bis 250 Besucher erwartet, wird er besondere Aktionen wie Spanferkel oder im Herbst und Winter vielleicht Erbsensuppe aus der Gulaschkanone anbieten.

Darüber hinaus soll das Haus am Lehrter See für Feiern wie Hochzeiten und Geburtstage buchbar sein. "Und Familien, die etwa keinen großen Garten haben, können sich bei uns einen Grill leihen, ihr Fleisch mitbringen und müssen bei uns nur die Getränke abnehmen", kündigt er an.

Ausflugsziel ist schwieriges Pflaster für Gastronomen

Wasser vor der Tür, ausreichend Platz, idyllische Lage – trotzdem haben die Lehrter Seeterrassen zahlreichen Gastronomen kein Glück gebracht. Ob frischer Fisch oder Currywurst und Pommes: nachhaltig erfolgreich war nichts. Auch der Sehnder Gastronom und langjährige Schützenfestwirt Heiner Fricke reihte sich hier ein. Er sanierte das Lokal, organisierte Events wie ein Eisfest – und gab trotzdem auf. Der bis dato letzte Pächter Schany Rosenbach konnte seine Pläne nicht wie geplant umsetzen: „Ich hatte mehr Heizkosten, als Einnahmen. Vielleicht so fünf bis zehn Euro Umsatz am Tag.“ Er habe gemacht und getan, aber das bringe nichts, wenn niemand komme. Das sieht Seeterrassen-Inhaber Detmar Molsen etwas anders: „Da fehlte so ein bisschen das Engagement.“

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Von Sandra Köhler

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