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Handy und Block gehören bei der Streife dazu

Lehrte Handy und Block gehören bei der Streife dazu

Die Uhren sind auf Winterzeit umgestellt, abends wird es früh dunkel. Damit beginnt auch wieder die Zeit der Streifengänger in Aligse, Arpke und Rethmar. Die Freiwilligen gehen am Abend durch das Dorf und geben Obacht, ob sich etwas Verdächtiges tut. In Aligse ist das schon seit 23 Jahren so.

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Manfred Fehlauer (links) und Rainer Windrich gehören seit 1993 zu den Aligser Streifengängern.

Quelle: Michael Schütz

Aligse. Sie sind Abend für Abend zu zweit unterwegs. Bei sich tragen sie stets  Taschenlampe, Handy, Block und Stift. Und sie wollen Straftaten vorbeugen, Einbrecher abschrecken und verdächtige Vorgänge melden. Die Polizei findet diese Streifengänge von Bürgern durchaus hilfreich. Zu denjenigen, die seit 1993 in Aligse dabei sind, gehören Manfred Fehlauer und Rainer Windrich. "Über die Jahre haben sich feste Paare gefunden", sagt Fehlauer.

Der Anlass für die Gründung der Aligser Streifengänger war eine Einbruchserie im Herbst 1993. Innerhalb von wenigen Wochen stiegen Unbekannte in elf Häuser ein. Der damalige Ortsbürgermeister Norwin Schellin fand schnell eine Gruppe von sage und schreibe 86 Freiwilligen, die mitmachen wollten. Heute sind noch 43 Streifengänger regelmäßig im Dorf unterwegs.

Die Streifengänger haben ständig Kontakt zur Polizei und informieren diese auch, wenn ihnen etwas auffällt, erläutern Fehlauer und Windrich. "Anfangs kam es sogar aufgrund eines unserer Hinweise zu einer Verhaftung durch die Polizei", erinnert sich Fehlauer. Eine solche Einbruchsserie wie 1993 habe es seitdem nicht mehr gegeben. Man könne aber nicht messen, ob es an der Gruppe liege, meint Windrich. Die stärkere Absicherung der Häuser spiele sicher auch eine Rolle.

"Wir tragen aber dazu bei, das sich die Menschen in Aligse sicherer fühlen", meint Thorsten Becker. Der Aligser hat vor einiger Zeit die Organisation der Streifengänger übernommen und will die Gruppe nun auf modernere Füße stellen. Eine WhatsApp-Gruppe gebe es bereits, um sich untereinander zu informieren. Außerdem setzt er auch auf die Werbung neuer Mitglieder durch soziale Netzwerke. Zwar gebe es zurzeit noch keine personellen Probleme. "Aber für die Zukunft können wir noch neue Mitglieder gebrauchen."

Im Januar will Becker gemeinsam mit der Polizei auch zudem eine Informationsveranstaltung zum Thema Sicherheit anbieten. Dann soll  gezeigt werden, wie es aussieht, wenn man ein Fenster aufhebelt. Dazu will Becker auch die Streifengänger aus anderen Orten einladen. Denn weitere aktive Gruppen bestehen ebenfalls schon sehr lange in Arpke und Rethmar. In Sievershausen gab es früher Streifengänger, doch dort ist die Initiative heute nicht mehr aktiv.

Von Michael Schütz

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