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Serientäter schaltet plötzlich auf stur

Lehrte Serientäter schaltet plötzlich auf stur

Von Herbst 2012 bis zum Frühjahr 2013 hat eine erschreckende Einbruchserie die Lehrter in Atem gehalten: Jetzt macht das Amtsgericht einem Mann den Prozess, der für etliche der Taten verantwortlich sein soll. Ein Urteil gibt es vermutlich erst im nächsten Frühjahr.

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Symbolbild: Der Fall wird vorm Amtsgericht behandelt.

Quelle: Martin Lauber

Lehrte. Sieben Einbrüche wirft die Staatsanwaltschaft dem 35-jährigen Lehrter aktuell vor. Mehrere davon soll er mit einem 23-jährigen Mitangeklagten verübt haben. Beide Männer hätten es bei ihren Taten auf Geld abgesehen gehabt, um ihren Drogenkonsum zu finanzieren. Der 35-Jährige war schon früher mehrfach wegen Einbruchsdelikten im Knast gelandet und kurz nach seiner Entlassung wieder straffällig geworden. Jetzt geht es um Einbrüche, die der Lehrter zwischen dem 5. Oktober 2012 und dem 15. Februar 2013 verübt haben soll - in den Kindergarten an der Marktstraße, in eine Tierarztpraxis an der Wilhelmstraße, in Büros im Norden Lehrtes und an der Burgdorfer Straße, ins Gymnasium sowie in ein Steuerbüro und eine Fußpflegepraxis. Stets soll er Fenster aufgehebelt haben, in einigen der Fälle habe er nennenswerte Summen Geld erbeutet. Dabei geht es um Beträge zwischen 150 und etwas mehr als 1000 Euro.

All das ist aber offenbar nur die Spitze des Eisbergs. Am Rande des ersten Verhandlungstages war die Rede davon, dass die Polizei in rund 40 Taten gegen den 35-Jährigen ermittelt hat. Im Juni stand der Mann schon einmal vor dem Amtsrichter. Die damals zur Debatte stehenden Einbrüche räumte er ein, zeigte sich während der Verhandlung kooperativ und kassierte nach recht kurzem Prozess eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten. Jetzt - quasi bei der zweiten Tranche der ihm vorgeworfenen Straftaten - schaltet der 35-Jährige jedoch auf stur. Zwischenzeitlich hat er auch das Urteil vom Juni juristisch angefochten, das auf Basis einer Verständigung mit Richter Robert Glaß zustande kam. Und so prallen jetzt, da es um die nächsten Einbrüche geht, ein unkooperativer Angeklagter und ein wenig verhandlungsbereiter Richter Glaß aufeinander. Die Verhandlung wurde zunächst ausgesetzt, der Hauptangeklagte wanderte wieder in U-Haft. Am 25. Februar soll der Prozess fortgesetzt werden. Dann geht es detailliert um jeden einzelnen Einbruch. Und das wird lange dauern. Das Urteil wird nicht vor dem 25. März gesprochen werden.

Eine fatale Drogensucht

Schon seit Jahren verbringt der 35-jährige Angeklagte sein Leben abwechselnd mal im Gefängnis und mal in Freiheit – wobei die Aufenthaltsdauer hinter Gittern stets erheblich länger ist. Schon seit 2002 steht der Lehrter immer wieder vor Gericht, kassiert Haftstrafen und begeht auf freiem Fuß die nächsten Einbrüche. In Statistiken der Polizei soll gut ablesbar sein, ob er gerade in Haft oder in Freiheit ist, heißt es. Hintergrund der Taten war zumeist seine Drogenabhängigkeit. Er brauchte Geld für die nächste Dosis. Vor Gericht trat der hagere, blasse Mann nun mit Chuzpe auf. Er „möchte einen Blumenstrauß“ sagte er zum Richter, als dieser darauf hinwies, dass man nun schon seit mehr als zehn Jahren immer wieder miteinander zu tun habe. Oft ließ der Angeklagte lachend spitze Bemerkungen vom Stapel. Dass er nun weitere Monate in U-Haft vor sich hat, scheint ihn nicht zu kratzen.

Achim Gückel

 

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