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Orgellose Zeit geht nach 40 Jahren zu Ende

Lehrte Orgellose Zeit geht nach 40 Jahren zu Ende

Die Martinskirche in Sievershausen hat nach 40 Jahren endlich wieder eine große Kirchenorgel. Das Instrument wurde am Sonntag feierlich in Betrieb genommenen und erklang erstmals beim Gottesdienst. Bei einer Prozession feierte die Gemeinde obendrein die renovierte Fassade des Gotteshauses.

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Axel LaDeur, Organist der Kreuzkirche Hannover, spielt auf der neuen Orgel eine Toccata von Dietrich Buxtehude.

Quelle: Katja Eggers

Sievershausen. Vom wunderbaren Klang der Orgel konnten sich die Gottesdienstbesucher gleich zum Auftakt überzeugen. Organist Axel LaDeur von der Kreuzkirche Hannover entlockte dem Instrument die ersten Töne und zog bei der Toccata in F-Dur von Dietrich Buxtehude alle Register. Reinhard Kühn, Vorsitzender des Kirchenvorstandes, hatte zuvor den Schlüssel von Orgelbauer Armin Schreiber aus Burgdorf entgegengenommen und die Orgel auf der Empore aufgeschlossen.

Mit der Orgel sei die "Königin der Instrumente" in der Martinskirche eingezogen. Kein anderes Instrument besitze so ein imposantes Äußeres und so eine vielfältige Klangfarbe wie die Orgel. "Ihr Klang berührt und bewegt die Menschen", sagte Superintendentin Sabine Preuschoff vom Kirchenkreis Burgdorf in ihrer Predigt.

Sie erinnerte aber auch noch einmal an den "langen, intensiven und engagierten Weg", den Sievershausens Orgel genommen hatte. Vom Kaufentschluss über den Kampf der Finanzierung bis zur feierlichen Inbetriebnahme waren fast drei Jahre vergangen. Dank eines Zuschusses von der Landeskirche sowie mehrerer Groß- und vieler Kleinspenden konnte die Martinsgemeinde Sievershausen der katholischen Kirche Bruder Konrad in Hannover schließlich eine gebrauchte Orgel mit 17 Registern abkaufen.

Die Restaurierung, der Neuaufbau und die Anpassung an den historischen Orgelprospekt der Sievershausener Kirche hatten ebenfalls eine Herausforderung dargestellt. Von den Gesamtkosten in Höhe von rund 100.000 Euro muss die Gemeinde nun noch etwa 17.000 Euro abbezahlen.

Die neue alte Orgel setzt laut Sievershausens stellvertretendem Ortsbürgermeister Armin Hapke eine Art Schlussstrich unter die Renovierung der rund 1000 Jahre alten Martinskirche. "Mit der neuen Orgel erstrahlt das Gotteshaus nun innen und außen in neuem Glanz", sagte Hapke in seinem Grußwort.

Wie schön das Äußere der Kirche geworden ist, schaute sich die Gemeinde bei einer Prozession an. Pastorin Hanna Dallmeier führte einmal um die Kirche herum. Dabei erklang an jeder Ecke Musik - von Chören, Flötenensemble, Bläsern und einem Dudelsack.

Kirchensanierung: Auch Fassade und Dach sind jetzt neu

Die Sievershausener Martinskirche punktet nicht nur mit neuer Orgel. Auch äußerlich wurde das Gotteshaus enorm aufgewertet. Nach dem verheerenden Hagelsturm 2013 wurde das zertrümmerte Dach neu gedeckt und zudem gedämmt.

Später bekam die Fassade einen neuen Putz und frische Farbe – die Außenhaut aus Feldstein hatte gebröckelt. Und weil die Kirche deswegen eh schon eingerüstet war, ließ die Gemeinde auch gleich noch die Zeiger und Ziffernblätter der Turmuhr erneuern. Die Vergoldung übernahm Henning Haeger, der in Hannover schon die Turmspitze der Marktkirche vergoldet hat. Die Kosten für die Kirchensanierung beziffert Kirchenvorstandschef Reinhard Kühn auf rund 500.000 Euro.

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Von Katja Eggers

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