Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Sorgen, Unmut, Wut beim Megahub

Ahlten Sorgen, Unmut, Wut beim Megahub

Mehr Güterverkehr, mehr Lastwagen, mehr Lärm: Wenn in Ahlten das Reizwort Megahub fällt, denken die meisten Bürger zuerst an diese drei Dinge. Am Donnerstag informierte die Bahn auf dem Dorfplatz am Schlahdekamp über das 100-Millionen-Euro-Projekt. Die Experten bekamen viele Sorgen zu hören und viel Unmut zu spüren.

Voriger Artikel
Im Neubau gibt es auch WGs
Nächster Artikel
Schüler sollen aufs Elterntaxi verzichten

Karl-Heinz Kasubek (links) und Klaus Bergmann gehören zu den Skeptikern des Megehub.

Quelle: Achim Gückel

Lehrte. Es war eine kurzfristig anberaumte Veranstaltung. Erst Anfang dieser Woche sprach es sich in Ahlten herum, dass die Bahn am Donnerstag über das Reizthema Megahub informieren würde. Trotzdem waren am Donnerstag schon zu Beginn der Veranstaltung gegen 16 Uhr etliche Bürger auf dem Dorfplatz. Dort hatte die Bahn erheblichen Aufwand betrieben, um die Bürger über das riesige Containerterminal, das auf dem Gleisfeld östlich von Ahlten entstehen wird, zu informieren: Stellwände, Videoinstallationen, viele Fachleute und ein Cateringzelt mit Gratis-Kaltgetränken und -Gegrilltem.

Kommentar

Dieser Infonachmittag war sinnvoll. Aber er hat einen großen Makel. Er kommt viel zu spät. Schon über lange Zeit hat sich bei Ahltenern und Lehrtern der Eindruck zementiert, die Bahn nehme ihre Sorgen nicht ernst und stelle die Bürger vor vollendete Tatsachen. Da reicht ein gut gemeintes Stelldichein auf dem Dorfplatz auch nicht mehr, um diese Skepsis aufzubrechen. Und wieder wurde gestern deutlich: Wenn die Fragen zu drängend werden, ist auf Seiten der Bahn gern von genehmigter Planfeststellung und eingehaltenen gesetzlichen Bestimmungen die Rede. Das ist ja alles richtig. Aber es ist nicht wirklich das, was die sorgenvollen Bürger hören wollen. Von Achim Gückel

Was den Vertretern der Bahn dann entgegenschlug, waren jedoch weniger fachliche Fragen über die Gestalt des Megahub und den Sinn der Anlage. Die Leute wollten vielmehr wissen, wie es mit dem Lärmschutz und dem zunehmenden Verkehr sein wird. „Warum sind immer wir in Ahlten betroffen“, fragte Kerstin Gödecke. Und viele wollten wissen, warum an Bahntrasse und Megahub nicht Lärmschutzwälle und -wände geplant seien. Mitunter schlug den Experten der Bahn Wut entgegen - etwa als ein Gast den Infonachmittag als „Verdummungsaktion“ titulierte.

Andreas Witzel, Projektleiter der Bahn, mühte sich redlich, Antworten auf die vielen Fragen zu geben. Man wisse, welch brisantes Thema der Megahub sei. Um mehr Klarheit über das Projekt zu schaffen, habe man nun den Infonachmittag anberaumt. Solche Aktionen für die Bürger mache die Bahn nach Stuttgart 21 auf breiter Front. Und es gebe durchaus auch Zustimmung zu dem Bau.

Witzel ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass der Megahub gebaut wird und betonte, dass die Bahn sich dabei an „Gesetze und die Vorgaben der Planfeststellung“ halte. Dass diese Aussagen eher beunruhigten als besänftigten, wurde aber ebenso deutlich. Der Projektleiter nannte zudem neue Termine für die Inbetriebnahme des Megahub. Der Probebetrieb solle im Juni 2018 beginnen, der reguläre Betrieb Mitte 2019. Der Baubeginn sei für Mitte 2016 geplant.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Digitales Daumenkino: So wächst das Parkhaus

Das Parkhaus in Lehrte wächst zusehends. Woche für Woche macht HAZ-Redakteur Achim Gückel ein Foto des Baus aus derselben Perspektive. Daraus entsteht ein digitales Daumenkino.