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Schulz: Brauchen dringend Regenrückhaltebecken

Lehrte Schulz: Brauchen dringend Regenrückhaltebecken

Beim Ortsspaziergang mit Arpkes Ortsbürgermeister Klaus Schulz spielt das Wasser eine große Rolle: Um das Dorf vor Überschwemmung zu schützen, fordert er schon seit Jahren Regenrückhaltebecken. Besonders stolz ist Schulz indes auf das Waldbad und die Entwicklung rund um den Dorfteich.

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Ortsbürgermeister Klaus Schulz mit Golden Retriever-Hündin Lilly an seinem Lieblingsplatz, dem Arpker Dorfteich.

Quelle: Katja Eggers

Arpke. Der Teich im alten Dorf ist denn auch die erste Station beim Ortsspaziergang. "Hier bin ich richtig gern", sagt Schulz und erzählt  mit leuchtenden Augen, wie sich die Uferzone im Laufe der Zeit mehr und mehr zu einem Teich-Boulevard gemausert habe. Im Zuge des Landstraßenbaus von Sievershausen nach Immensen Anfang des 20. Jahrhunderts wurde rund ein Drittel des Gewässers mit Erde verfüllt. Seit dem Bau der Umgehungsstraße ist dieses Stück der Alten Dorfstraße ein Fußweg mit Sitzgelegenheiten. Früher hätten dort häufig Jugendliche randaliert. Die Stadt betonierte Tisch und Bänke aus Stahl jedoch irgendwann ein, seitdem herrscht Ruhe.

Im Jahr 2014 entstand am Teich ein Bouleplatz, ein Jahr später wurden direkt daneben Outdoor-Fitnessgeräte aufgestellt und im vergangenen Jahr die Flächen am Ehrenmal gepflastert. Die Rabatten davor hegt und pflegt der Ortsbürgermeister persönlich mit einem Freund.

Die idyllische Anlage am Teich wird viel genutzt. Eigentlich hätte Schulz für den Teich-Boulevard gern noch zwei Fitnessgeräte für Kinder. "Aber die sind seinerzeit nicht durch den Haushalt gegangen", bedauert er. Für den Teich würde er sich wünschen, dass dieser irgendwann ausgebaggert und entschlammt wird.

Deutlich größere Sorgen bereitet dem Ortsbürgermeister jedoch ein anderes Problem: Bei Starkregen fließt in Arpke das Wasser nicht richtig ab und überschwemmt die Straßen. Der Ortsrat fordert daher schon seit Jahren Regenrückhaltebecken. Die Stadtentwässerung hat bereits ein Konzept für drei Becken erarbeitet, sie würden das Wasser zwischenspeichern und den Teichgraben entlasten. Gelder sind für den Bau laut Schulz bereits im Haushalt eingestellt - 350.000 Euro waren es im vergangenen Jahr, in diesem Jahr kamen 150.000 Euro dazu.

Für zwei Becken eignen sich Ackerflächen in der Verlängerung des Hasendamms und im Neubaugebiet. Das größte Becken könnte laut Schulz aber auf einer Grünbrache an der Straße Heidgarten entstehen. Die Stadt müsste das Grundstück dafür ankaufen. "Aber man wird sich leider mit den Eigentümern nicht einig", bedauert Schulz. Er frage zwar regelmäßig in der Verwaltung an, bekäme aber stets nur zu hören, dass man noch am verhandeln sei.

Ärgerlich findet Schulz in Arpke auch, dass Autofahrer regelmäßig den Kreisel an der Volksbank ignorieren. "Die fahren dort einfach geradeaus drüber", sagt Schulz. Flach müsse der Kreisel aber sein, damit Lastwagen und Gelenkbusse dort besser um die Kurve kommen. Der Kreisel sollte seinerzeit zur Verkehrsberuhigung beitragen. Schulz würde sich mittlerweile wünschen, dass dort wieder die Rechts-vor-Links-Regelung gelten würde.

Ansonsten ist der Ortsbürgermeister mit Arpke sehr zufrieden. Die Grundversorgung sei gewährleistet, und während in anderen Dörfern die Volksbank-Nebenstellen schließen, fungiere Arpke künftig als Volksbankstützpunkt für Immensen und Sievershausen mit, sagt Schulz.

Stolz ist er zudem auf das Arpker Waldbad. Es soll pünktlich öffnen. Die Stadt habe dort diesmal sehr früh mit den Vorbereitungen begonnen. Schon Mitte März wurde mit der Reinigung angefangen, derzeit arbeiten die Handwerker an den Fliesen und dichten die Bodenplatte ab.

Schulz wirkte bis zu dessen Auflösung lange im Förderverein des Waldbades mit. Der 66-Jährige ist in Arpke Vorsitzender der Siedlergemeinschaft und Mitglied der Feuerwehr und des Arbeitskreises Kultur und Bildung. Ortsbürgermeister ist er seit 2011. Genauso lange gehört er dem Rat der Stadt und dem Finanzausschuss an.

Viel Natur und Tiere

Arpke ist von viel Wald umgeben. Am westlichen Rand geht es in den Hainhop über. Südwestlich gibt es den Scharel, südlich den Hämeler Wald. Nördlich von Arpke erstreckt sich das Landschaftsschutzgebiet Burgdorfer Holz. Während in den Wäldern viel Schwarzwild lebt, lassen sich am Arpker Dorfteich unter anderem Eisvogel, Graureiher und Wildenten beobachten, nachts fliegen dort Fledermäuse. Waldohreulen haben in Arpke einen Brutplatz gefunden. 1978 wurde ein Horst für Störche auf das Dach Kirche zum Heiligen Kreuz gebaut. 1993 brütete dort erstmals ein Storchenpaar, seit 2000 ist der Horst alljährlich belegt.

Kurioses Dorfjubiläum

Arpke hat etwa 2880 Einwohner und ist ein typisches Runddorf mit einem alten Ortskern. Sein 850-jähriges Bestehen hat das Dorf kurioserweise nur 16 Jahre nach der 750-Jahr-Feier begangen. Dass Arpke eigentlich 100 Jahre älter ist als ursprünglich angenommen, hatte seinerzeit niemand gewusst. Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes hatte Heimatforscher Eberhard Strelow erst Jahre nach der 750-Jahr-Feier im damaligen Staatsarchiv Wolfenbüttel entdeckt.

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Von Katja Eggers

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