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In Schulen und Kitas wird es eng

Lehrte In Schulen und Kitas wird es eng

Die Flüchtlingszahlen gehen zwar zurück - aber Entwarnung wollte Bürgermeister Klaus Sidortschuk bei einer Anwohnerversammlung zur Unterbringung von 100 neuen Asylbewerbern in Ahlten nicht geben. Es kämen immer noch doppelt so viele Menschen wie im August an. Für die beiden neuen Unterkünfte werde eine Sozialarbeit installiert.

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Bürgermeister Klaus Sidortschuk (rechts) informiert 
130 Ahltener über die neuen Unterkünfte 
für Asylbewerber.

Quelle: Oliver Kühn

Lehrte. Rund 130 Ahltener waren zu der Anwohnerversammlung erschienen - und das an einem Freitagabend, wie Sidortschuk anerkennend feststellte. In Ahlten werden die Flüchtlinge aber nicht in Containern oder einer Gewerbehalle untergebracht: In der ehemaligen Schmierfabrik stehen sieben Wohnungen mit jeweils eigener Küche und Bad zur Verfügung. Zum 1. Juli sollen dort bis zu 35 Menschen unterkommen. Zunächst werden nur sechs Wohnungen belegt, falls es Bedarf für Sozialarbeit oder etwa einen Pförtner gebe.

Im Vorderhaus des ehemaligen Gästehauses Kluge können in 26 Appartements und drei Wohnungen rund 65 Menschen untergebracht werden. Dort werden auch noch Küchen eingebaut. Im Gästehaus sind Sozialarbeit, Pförtnerdienst und Beratung vorgesehen, die zunächst auch die Betreuung für die Schmierfabrik übernimmt. Diese Kosten muss die Stadt selbst bezahlen. Der Betreiber der Unterkunft steht noch nicht fest. Im Hinterhaus könnten noch einmal 35 Flüchtlinge wohnen. Doch der Trakt ist derzeit noch ein Rohbau und soll erst bis 2017 hergerichtet werden. 

Zu der Anwohnerversammlung war auch Martina Thöne eingeladen, Leiterin des Kriminal- und Ermittlungsdienstes im Polizeikommissariat Lehrte. Sie trat Befürchtungen, dass die Kriminalität zunehmen könnte, mit einer klaren Aussage entgegen: "Auch wir waren anfangs gespannt, aber es gibt keine besonderen Auffälligkeiten oder Straftaten." Manchmal gebe es Auseinandersetzungen, nicht zuletzt unter Alkoholeinfluss. Aber die gebe es überall.

Kritik über die allgemeine Flüchtlingspolitik blieben bei der Versammlung außen vor, auch Ängste gab nur ein Besucher zu Protokoll. Ein Anwohner wollte wissen, wie es mit der Infrastruktur in Sachen Kita und Schule aussehe. "Das ist eine echte Baustelle", räumte Sidortschuk ein. "Dort wird es eng." Es werde aber kein Asylbewerber "auf der Straße rumlungern", versicherte der Leiter des Fachbereichs Bürgerservice, Michael Großmann. Die Menschen seien mit Sprachunterricht, Behördengängen und der Betreuung ihrer Kinder beschäftigt. Zudem seien viele Flüchtlinge zwar hilfebedürftig, aber nicht mittellos. Die Asylbewerber in Ahltener Handwerksbetriebe zu vermitteln, wie es ein Anwohner anregte, sie aber nicht Aufgabe der Stadt, sondern etwa des Jobcenters.

In Lehrte leben aktuell mehr als 1000 Flüchtlinge aus 20 Staaten, vor allem Syrien, Irak und Sudan. Davon sind 671 in städtischen oder von der Stadt gemieteten Wohnungen untergebracht.

Von Oliver Kühn

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