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Linden an der Grünstraße sind Sorgenkinder

Lehrte Linden an der Grünstraße sind Sorgenkinder

Wenn Bäume verschwinden, lässt dies häufig die Wogen hoch kochen. Im Falle der sechs Linden, die die Stadt im Februar an der Grünstraße hat fällen lassen, standen Volker Kemmling, Chef des städtischen Fachbereichs Grünplanung, und Baumprüfer Martin Henkel Anwohnern Rede und Antwort.

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Volker Kemmling (rechts) und Martin Henkel (Dritter von rechts) erläutern den Anwohnern sowie Vertretern der SPD-Ratsfraktion und des Naturschutzbundes, warum die Linden in der Grünstraße gefällt wurden.

Quelle: Sandra Köhler

Lehrte. Eingefädelt hatte den Ortstermin SPD-Ratsmitglied Ekkehard Bock-Wegener. Außer Anwohnern suchte auch Bernd Rose vom Naturschutzbund für Burgdorf, Lehrte und Uetze das Gespräch. Er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, beteuerte dabei Martin Henkel, einer von zwei Baumprüfern für die 30.000 Stadtbäume im Lehrter Stadtgebiet. Entscheidend sei die Verkehrssicherheit: "Und die war nicht mehr gegeben."

Bei den Pflasterarbeiten auf dem Gehweg hatte die Baufirma Haltewurzeln der ersten drei gefällten Linden massiv beschädigt. Ein entsprechendes Verfahren sei eingeleitet. Aber auch wenn die Bäume weder krank noch instabil gewirkt hätten: Angesichts eines damals angekündigten Sturms und des ab 1. März geltenden Baumfällverbotes sei Eile geboten gewesen, führte Kemmling aus. "Dann hätten wir eine Sondergenehmigung beantragen müssen, und das kann vier bis sechs Wochen dauern."

Dieses Risiko habe man nicht eingehen wollen. Denn 2014 waren zwei Linden auf der Grünstraße plötzlich einfach abgebrochen: "Da haben wir richtig Glück gehabt, dass es weder einen Menschen noch ein Auto getroffen hat", sagt der Fachbereichsleiter. Unter der Straße sei zudem das Erdreich so verdichtet, dass dort keine Haltewurzeln zu erwarten seien, erklärte Baumprüfer Henkel. Weil das Wurzelwerk im Bereich des Gehwegs durch die Pflasterarbeiten massiv geschädigt worden sei, hätten die Bäume der Hebelkraft des Windes einfach nicht genug entgegenzusetzen gehabt.

"Aber warum sind die beiden Linden gefällt worden, wo noch gar keine Pflasterarbeiten waren?", fragte Anwohner Harry Schmidt. Er habe davon ausgehen müssen, dass die Pflasterung in einem Zug vorgenommen würde, antwortete der Baumprüfer. Zusätzlich hätten die hochdrückenden Wurzeln nicht nur Gehwegplatten zu Stolperfallen gemacht, sondern auch eine Mauer beschädigt. "In so einem Fall darf der Grundstückseigentümer Abhilfe fordern oder auch selbst die Wurzeln kappen", sagte Kemmling: "Für den Schaden an der Mauer müssen wir als Stadt nun Schadensersatz zahlen."

Bei Sanierung der Grünstraße werden die Linden gefällt

Ein Großteil der Linden an der Grünstraße ist vor Jahren geköpft worden. "Das kann man machen, aber es verändert den typischen Wuchs", sagte Henkel. Die oberhalb der entstandenen Knoten ausgetriebenen Äste verbreiterten die Kronen und veränderten die Statik ungünstig. "Ich werde mir das im August mal mit einem Hubsteiger anschauen. Es kann sein, dass wir die wieder runterschneiden müssen", sagte Henkel. Im Falle einer Sanierung der Grünstraße werde sich das Fällen der Bäume aber nicht vermeiden lassen. Als Ersatz für die Hybridlinden würden dann schmaler wachsende gesetzt, die weniger anfällig für Läuse seien: "Damit wäre auch das Problem mit dem von ihnen ausgeschiedenen Zuckersaft reduziert."

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Von Sandra Köhler

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