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Lehrte fordert Schadensersatz von Hamburg

Lehrte Lehrte fordert Schadensersatz von Hamburg

Krach zwischen der Stadt Lehrte und der Stadt Hamburg: Nachdem die Hanseaten kürzlich einen hochinfektiösen Flüchtling nach Lehrte überwiesen hatten, musste die Stadt das Sozialamt desinfizieren lassen und Mobiliar entsorgen. Für die Kosten im vierstelligen Bereich macht Lehrte nun Schadensersatz geltend.

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Lehrte verlangt von Hamburg jetzt Schadenersatz wegen eines hochinfektiösens Flüchtlings.

Quelle: Bismark

Lehrte. Bei dem Flüchtling handelte es sich um einen unbegleiteten minderjährigen Mann aus Guinea. Er war schon vor drei Wochen aus Hamburg nach Lehrte zugewiesen worden - obwohl er an Krätze litt. Dabei handelt es sich um eine hochansteckende Hautkrankheit, die  von der Krätzemilbe verursacht wird und zu Bläschen, Pusteln und Kratzwunden führt.

Eine Erkrankung sei aber ein Ausschlusskriterium für eine Zuweisung von Flüchtlingen an andere Städte, sagt Lehrtes Erster Stadtrat Uwe Bee: "Da gibt es klare Regelungen, gegen die die Stadt Hamburg verstoßen hat." Für Lehrte sei dies der erste Fall überhaupt gewesen und habe die Verwaltung ziemlich in Atem gehalten. Der junge Mann war noch am gleichen Tag wieder nach Hamburg zurückgeschickt worden. "Das traumatisiert so einen Menschen doch auch", kritisiert Bee.

Besonders ärgerlich sei, dass die Stadt keinerlei Hinweise, Informationen oder Ankündigung von der anstehenden Überweisung aus Hamburg bekommen habe. Die Stadt hat den Fall deshalb öffentlich gemacht und sowohl das Landesjugendamt sowie das für diese Flüchtlingsfragen zuständige Bundesverwaltungsamt in Kenntnis gesetzt.

Weil der Flüchtling sich über mehrere Stunden im Sozialamt in der Gartenstraße aufgehalten hatte, musste dort eine Firma eine aufwendige Sonderreinigung mit Desinfektion durchführen. Auch Polstermöbel im Wartebereich mussten speziell entsorgt werden. Die Kosten dafür schätzt Bee auf einen höheren vierstelligen Betrag: "Das werden wir der Stadt Hamburg in Rechnung stellen."

Von Oliver Kühn

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