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Stadt setzt auf Holzhäuser statt Container

Lehrte Stadt setzt auf Holzhäuser statt Container

Das neue Obdachlosenheim, ein ehemaliges Brotlager, Container - die Stadt hat schon so einige Unterkünfte für Flüchtlinge requiriert, seit Wohnungen Mangelware geworden sind. Nun will sie mit der Region Hannover eine Vereinbarung über neue Unterkünfte in Holzrahmenbauweise abschließen. Als Standorte sind der Festplatz Sievershausen und das Gelände des ehemaligen Ausflugslokals Schwanenburg in Lehrte im Visier.

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Der Festplatz am Ortsrand von Sievershausen sei als Standort für eine Flüchtlingsunterkunft perfekt geeignet, sagt die Stadt. 

Quelle: Sandra Köhler

Lehrte. Die geplante Vereinbarung soll heute Abend vom Rat beschlossen werden, damit Bürgermeister Klaus Sidortschuk bei Bedarf auch kurzfristig handeln kann. "Wir wollen schon gleich im ersten Zugriff dabei sein", sagt Stadtsprecher Fabian Nolting. Wegen der andauernd hohen Flüchtlingszahlen hatte die Region den Umlandkommunen angeboten, Container oder Schlichthäuser in Modulbauweise zu kaufen, zu errichten und baulich zu unterhalten. Die Städte müssen im Gegenzug erschlossene Grundstücke zur Verfügung stellen, brauchen dafür aber keine Miete zu zahlen.

Wo die ersten Unterkünfte gebaut werden, stehe aber noch nicht fest, sagt Nolting. Fest stehe nur, dass die Stadt an beiden Standorten mit maximal 100 Asylbewerbern plane. Der Festplatz Sievershausen etwa sei aber perfekt geeignet. Für den Standort Schwanenburg an der Ahltener Straße haben Gegner bereits eine Unterschriftensammlung gestartet (siehe Kasten). Die Betreuung werde die Stadt aber nicht selbst leisten, sondern diese an einen Betreiber vergeben. Welcher dies ist, sei noch unklar.

Die Unterkünfte in "Holzrahmenbauweise" liegen äußerlich zwischen einem schlichten Haus und einem Modulbau. In Burgdorf haben sie die "Anmutung von skandinavischen Ferienhäusern", wie es dessen Stadtrat Michael Kugel ausdrückte. Sie sollen rund 20 Jahre halten, werden aber zunächst für zehn Jahre als Flüchtlingsunterkünfte genutzt. Die Region hat eine Option auf eine Verlängerung von jeweils fünf Jahren. Sollte dies nicht der Fall sein, könnten sie als günstige Wohnungen genutzt werden.

Weil noch viel Abstimmungsbedarf mit der Region bestehe und die Vorarbeiten mit Anschlüssen für Abwasser und Frischwasser sowie neuen Fundamenten aufwendig seien, stünden die neuen Unterkünfte aber erst frühestens Ende des Jahres zur Verfügung, sagt Nolting.

An der Ahltener Straße regt sich Protest

Erstmals gibt es in Lehrte organisierten Protest gegen geplante Flüchtlingsunterkünfte. Dass auf dem Gelände der ehemaligen Schwanenburg an der Ahltener Straße möglicherweise Bauten in "Holzrahmenbauweise" entstehen, wollen einige Anwohner nicht widerstandslos hinnehmen. Nachbarn haben eine Unterschriftensammlung auf den Weg gebracht, in der sie sich gegen die Unterbringung auf dem Schwanenburggelände wenden. Listen mit insgesamt 58 Unterzeichnern haben die Initiatoren bereits im Rathaus abgegeben. Anschließend seien aber noch 14  Unterschriften hinzu gekommen, heißt es.

Die Unterzeichner wohnen zumeist in der Umgebung der zur Debatte stehenden Fläche. Auf den Listen finden sich aber auch Bürger aus anderen Bereichen der Kernstadt, sagt Stadtsprecher Fabian Nolting. Etwa von der Burgdorfer Straße oder aus Lehrte-Süd. Nolting betont auch, dass auf dem Schwanenburggelände maximal 100 Menschen untergebracht werden könnten. In Internetforen kursiert bereits die Zahl 200. Diese sei falsch, versichert der Sprecher.

Die Unterschriftensammler bemängeln indes, dass die Information über die geplante Untebringung von Flüchtlingen an der Ahltener Straße bisher mangelhaft sei. Bürgermeister Klaus Sidortschuk hatte darüber vor knapp vier Wochen erstmals in einer Sitzung des Ahltener Ortsrats berichtet - weil das Schwanenburggelände am Rand der Kernstadt offiziell zur Gemarkung Ahlten gehört. Nolting sagt nun, dass vor der Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften selbstverständlich auch für die Anwohner an der Ahltener Straße öffentliche Informationsveranstaltungen geplant seien - ebenso wie es für die Sammelunterkünfte an der Manskestraße oder im Brotlager an der Everner Straße der Fall war.

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Auf dem Gelände des ehemaligen Ausfluglokals Schwanenburg an der Ahltener Straße in Lehrte will die Stadt eventuell Flüchtlingsunterkünfte herrichten.

Quelle: Oliver Kühn

Von Oliver Kühn

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