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Beleuchtung für Forum kostet Viertelmillion

Lehrte Beleuchtung für Forum kostet Viertelmillion

Die Stadt Lehrte will fast eine Viertelmillion Euro in ihre zentrale Veranstaltungsstätte stecken. Noch in diesem Jahr soll das Kurt-Hirschfeld-Forum an der Burgdorfer Straße eine neue Beleuchtungsanlage bekommen. Diese Maßnahme gilt als längst überfällig.

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Das Kurt-Hirschfeld-Forum: Seine Beleuchtung ist noch auf dem Stand von 1979.

Quelle: Achim Gückel

Lehrte. Zur Theaterspielzeit 1979/80 ist das Forum im Herzen der Stadt eröffnet worden. Damals galt die Beleuchtung im Saal mit ihren 80- und 120-Watt-Glühlampen als topmodern. Doch seither ist außer den notwendigen Reparaturen nichts Wesentliches mehr an der Anlage passiert. Sie ist noch auf dem technischen Stand von vor 37 Jahren, immer öfter fallen einzelne Lampen aus, mitunter ist die Ersatzbeschaffung für Einzelteile schwierig.

Die Stadt will daher nun in ihrem wichtigsten Veranstaltungssaal zum großen Wurf ansetzen. 246.000 Euro Investitionskosten stehen im Entwurf des Haushalts für dieses Jahr. Der Plan sieht vor, die alten Lampen und Scheinwerfer durch moderne, energiesparende LED-Technik zu ersetzen, sämtliche Kabel und auch die Steuerungsanlagen zu erneuern. Die Sanierung soll sich nicht nur über den Saal erstrecken, sondern auch das Foyer mit einschließen.

"Die Technik im Forum ist mehr als nur in die Jahre gekommen", sagt Fabian Nolting, Sprecher der Stadtverwaltung: "Wir haben dort noch nie etwas grundlegend erneuert." Er erinnert aber auch daran, dass die 246.000 Euro bisher nur im Entwurf des Haushaltsplans eingestellt sind. Die Politik müsse die Investition noch absegnen und der Haushalt müsse dann noch von der Aufsichtsbehörde genehmigt werden. Allerdings sei die Erneuerung der Lichtanlage auch eine Investition mit "ökologischen Aspekten". Moderne LED-Technik lasse den Stromverbrauch und damit auch die Stromkosten auf einen Bruchteil der jetzigen Werte sinken.

Mithin kann die Erneuerung der Lichtanlage also frühestens im Sommer über die Bühne gehen. Weil dafür vermutlich mehrere Wochen Zeit nötig sind, bieten sich die großen Ferien als Bauphase an. Dann finden im Forum normalerweise keine Veranstaltungen statt. "Wir wollen möglichst wenig Beeinträchtigungen", versichert Nolting.

Bei der Finanzierung des Projekts hofft die Stadt auch auf einen Zuschuss aus einem ungewöhnlichen Fördertopf. Das Forschungszentrum Jülich bietet für derartige Erneuerungen von großen Lichtanlagen Unterstützung von 30 Prozent der Kosten an. Der Antrag dafür könne allerdings erst dann gestellt werden, wenn der städtische Haushalt genehmigt ist, verdeutlicht Nolting.

130 Veranstaltungen in einem Jahr

Das Kurt-Hirschfeld-Forum ist mit Abstand die wichtigste Kulturstätte in der Stadt Lehrte. Dort gehen nicht nur ein Großteil des Theaterprogramms sowie Konzerte über die Bühne, sondern auch Schul- und Vereinsveranstaltungen, politische Sitzungen, Bürgerversammlungen und regelmäßig an zwei Tagen in der Woche auch Proben der Musikschule Ostkreis Hannover. Im vergangenen Jahr ist das Forum für exakt 130 Anlässe vergeben worden, heißt es aus der Kulturabteilung der Stadt. Weil etwa für Theateraufführungen samt Auf- und Abbau mitunter zwei Tage eingeplant werden müssten, war der Saal 2017 an exakt 149 Tagen ausgebucht.

Im Kurt-Hirschfeld-Forum haben 412 Zuschauer Platz. Der Saal ist etwa 600 Quadratmeter groß. Benannt wurde er nach einem der berühmtesten Söhne der Stadt. Kurt Hirschfeld kam 1902 in Lehrte zur Welt, arbeitete ab 1930 als Dramaturg und Regisseur, wurde aber 1933 von den Nazis fristlos entlassen. Hirschfeld floh in die Schweiz und arbeitete dort viele Jahre als Dramaturg am Zürcher Schauspielhaus. In seine Zeit fielen dort mehrere Uraufführungen und deutsche Erstaufführungen von Stücken Bertolt Brechts, Max Frischs und Eugene O'Neills. Kurt Hirschfeld starb 1964 am Tegernsee.

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