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Ein lustvoller Abend ganz ohne Datenschutz

Lehrte Ein lustvoller Abend ganz ohne Datenschutz

Herrlich altmodische Liebeslieder und wunderbar schwülstige Lyrik: Stefan Wittke und Pianist Christoph Heinemann haben als Duo Männerherzen am Sonntagabend auf Baltheuers Hoff in Arpke rund 130 Zuhörer mit auf eine musikalische Zeitreise durch drei Jahrhunderte genommen.

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Christoph Heinemann (links) und Stefan Wittke unternehmen auf Baltheuers Hoff eine musikalische Reise durch drei Jahrhunderte Liebeslieder und -lyrik.

Quelle: Katja Eggers

Arpke. Ihre anfängliche Sorge, dass das Interesse an ihrer Veranstaltung "Der Liebe wegen" in Arpke nur auf geringes Interesse stoßen könnte, war dabei völlig unbegründet gewesen. Der Saal war rappelvoll, alle 120 Stühlen waren besetzt. Wer keinen Sitzplatz mehr abbekommen hatte, lehnte am Tresen oder stand am Stehtisch.

Für den Arpker Stefan Wittke war der Abend ohnehin ein Heimspiel. Dass Singen für den früheren HAZ-Redakteur und Polizeisprecher und heutigen Pressesprecher im Niedersächsischen Wirtschaftsministerium eine große Leidenschaft ist, wurde schnell deutlich. Ob Gassenhauer wie  "Veronika der Lenz ist da" oder "Ich brech' die Herzen der stolzesten Frauen" - Wittke trällerte munter drauf los. Er gab augenzwinkernd den großen Charmeur und schickte schmachtende Blick ins Publikum. Er säuselte und näselte, wisperte und flüsterte, polterte und knurrte, sang und las von "süßer Glut" und "heißen Herzen".

"Aus Briefen, Texten, Gedichten und Prosa machen wir uns heute mal unser eigenes Buch", erklärte er dem Publikum. Um etwas Ordnung in das große Thema Liebe zu bekommen, hatte Wittke zwischen Prolog und Epilog die vier Kapitel "Läuft an", "Läuft gut", "Läuft nicht" und "Läuft wieder" eingebettet.

Auch Arpke spielte dabei immer wieder eine Rolle. Weil in "Veronika der Lenz ist da" auch der wachsende Spargel besungen wird, passe das Lied wunderbar zum Spargeldorf Arpke. Und weil Arpke ja wie eine große Familie sei, alle alles von allen wissen und der Datenschutz im Dorf eine eher untergeordnete Rolle spiele, scheue er auch nicht davor zurück, eine persönliche Anekdote zum Uralt-Schlager "Lass mich dein Badewasser schlürfen" zum Besten zu geben: So hatte Freundin Kati von Wittkes Tochter Valerie wohl nach einem Besuch bei den Wittkes später zu Hause verstört berichtet, dass Valeries Vater im Wohnzimmer seltsame Lieder einübe.

Die Arpker kicherten. Viele summten bei den bekannten Liedern leise mit. "Schön", seufzten die Damen, etwa wenn Wittke aus dem Liebesbrief von Dichterfürst Schiller an Charlotte von Lengsfeld vorlas. "Ja, damals konnten die Männer noch schreiben", sagte Wittke anerkennend - und die Damen nickten wehmütig.

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Christoph Heinemann (links) und Stefan Wittke unternehmen auf Baltheuers Hoff eine musikalische Reise durch drei Jahrhunderte Liebeslieder und -lyrik.

Quelle: Katja Eggers

Von Katja Eggers

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