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Steht die Megahub-Genehmigung auf der Kippe?

Lehrte Steht die Megahub-Genehmigung auf der Kippe?

Muss das Verfahren für den geplanten Containerumschlagplatz Megahub der Deutschen Bahn bei Ahlten neu aufgerollt werden? Die Stadt Lehrte jedenfalls sieht in der zweiten Planänderung eine komplett neue Planung mit vielen handwerklichen Fehlern, die "die Genehmigungsfrage vollständig neu aufwirft". Nun muss das Eisenbahnbundesamt entscheiden.

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Mit dem geplanten Megahub wird der Bahnverkehr in Ahlten (im Hintergrund) deutlich zunehmen - und damit auch der Lärm.

Quelle: Oliver Kühn

Ahlten. Bei der gemeinsamen Sitzung des Ortsrats Ahlten mit dem Bau- sowie Umweltausschuss ließ Stadtbaurat Burkhard Pietsch in der Stellungnahme der Stadt keine Zweifel offen: "Für uns handelt es sich bei der zweiten Planänderung um eine Neuplanung." Die seit 2005 diskutierte Technik sei in der jetzt vorgelegten Änderung "komplett ausgetauscht" und der Umfang des Megahubs "räumlich deutlich ausgeweitet" worden. Die Lehrter Politiker haben diese Stellungnahme einmütig mitgetragen. Entscheiden muss darüber aber das Eisenbahnbundesamt. Und da wird es spannend: Denn die Behörde hatte im Vorfeld geäußert, dass sie in den Änderungen keinen Neuansatz der Planung sehe.

Vor allem beim zentralen Konfliktpunkt - dem Thema Lärm - kam die Bahn nicht gut weg. Schallgutachter Frank Dittmar warf dem Unternehmen zahlreiche handwerkliche Mängel vor: Sie habe veraltete Gesetzesvorschriften angewandt und rechne damit den Lärm schön. "Das ermöglicht eventuell Klagen", meint Dittmar. Weil der Zugverkehr stark zunehme, werde es in Ahlten mit einem 8 bis 9 Dezibel höheren Pegel also "deutlich lauter" als angegeben.

"In zwei Fällen liegt man über den Grenzwerten", betonte Dittmar. Gleiches gelte für den Straßenverkehr, bei dem der Lastwagenverkehr in der Nachtzeit nicht berücksichtigt worden sei. Auch die Berechnung für den Betrieb des Megahubs selbst seien teils weder plausibel noch überprüfbar und sogar fehlerhaft. "Da hat sich die Bahn bei den Pegeln verrechnet."

Auch die schwammigen Prognosen der Bahn sind der Stadt zu ungenau. Sie fordert deshalb, eine maximal zulässige Umschlagmenge festzulegen, kontinuierliche Lärmmessungen und eine Verkehrszählung nach Inbetriebnahme des Megahubs. Insgesamt sei das Gebot der "planmäßigen Konfliktbewältigung" nicht eingehalten worden, resümierte Stadtbaurat Pietsch. Auf die Frage an Bahnvertreter Andreas Witzel, ob er zu den Vorwürfen Stellung nehmen wolle, schüttelte dieser nur den Kopf.

So zeigten sich Ahltens Ortsbürgermeister Jürgen Kelich und SPD-Ratsherr Burkhard Hoppe enttäuscht von der Bahn. Sie warfen dem Unternehmen vor, ihre Glaubwürdigkeit verloren zu haben. Man sei nicht gegen den Megahub, wolle aber den bestmöglichen Schutz für die Menschen.

Bürgerinitiative hält Musterschreiben vor

Die Einspruchsfrist für das 2. Planänderungsverfahren für den Megahub endet am nächsten Mittwoch, 28. September. Für Betroffene und andere interessierte Anwohner hat die Ahltener Bürgerinitiative MegaLeise Musterschreiben entworfen, die bis zu diesem Termin bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr vorliegen müssen. Sie können von der Internetseite megaleise.wordpress.com heruntergeladen werden. Die Unterlagen können aber auch direkt bei der Stadt im Bürgerbüro, Rathausplatz 1, abgegeben werden.
Alternativ können korrekt adressierte und verschlossene Umschläge bis spätestens Sonntag, 25. September, auch bei MegaLeise-Sprecher Maik Reiß, Nordlicht 24, eingeworfen werden.

Von Oliver Kühn

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