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Gasstation: Steinwedel hat Angst um Ortsbild

Lehrte Gasstation: Steinwedel hat Angst um Ortsbild

Viele Steinwedeler haben Sorgen: Sie befürchten, dass eine neue Gasstation ihren malerischen südlichen Ortseingang verunstalten könnte. Das Versorgungunternehmen Avacon plant den Bau einer solchen Station auf einer Wiese an der Aue. Jetzt ist ein Infoabend der Siedlergemeinschaft zu dem Thema angesetzt.

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Der südliche Ortsrand von Steinwedel ist eine Idylle. Viele Bürger wollen nicht, dass dieser Anblick durch eine neue Gasstation beeinträchtigt wird.

Quelle: privat

Steinwedel. Eine Gasstation gibt es nördlich der Kreisstraße 123 kurz vor dem Steinwedeler Ortseingang schon seit vielen Jahren. Diese ist aber recht klein, unscheinbar und vor allem in die Jahre gekommen. "Die Station ist sanierungsbedürftig", macht Avacon-Sprecherin Michaela Fiedler klar. Es müsse Ersatz her. Als Standort dafür sei ein Grundstück anvisiert, dass etwas weiter weg von der Aue liegt, auch um der Gefahr von Hochwasser zu begegnen.

Das Projekt sei noch in einer "frühen Planungsphase", betont Fiedler, und man habe das fragliche Grundstück auch noch  nicht gekauft. Die Nachricht vom möglichen Bau einer Gasstation auf dem idyllischen Fleckchen vor dem Ortseingang ist jedoch in Steinwedel eingeschlagen wie eine Bombe. "Diese Ortseinfahrt ist ein Aushängeschild für uns", sagt Udo Rösler, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft im Dorf. Dieses Bild aus einer weit geschwungenen Straße, dem Flüsschen, einer tief gelegenen Wiese und den alten Gebäuden samt Kirche im Hintergrund dürfe auf keinen Fall von einer Gasstation verschandelt werden, meint er.

Daher hat die Siedlergemeinschaft jetzt zu einer Versammlung in Sachen Gasstation eingeladen. Sie findet am Donnerstag, 22. Juni, ab 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus an der Ramhorster Straße statt. Rösler hatte auch die Avacon sowie die Stadt Lehrte darum gebeten, Fachleute zu der Veranstaltung zu schicken. Er erhielt jedoch in beiden Fällen einen Korb.

Es mache für ihr Unternehmen derzeit einfach noch keinen Sinn, sich den Fragen der Steinwedeler zu stellen, meint Avacon-Sprecherin Fiedler. Noch sei ja vieles unklar. Fest steht jedoch bereits, dass der Energieversorger sein derzeit etwa 200 Quadratmeter großes Grundstück mit der alten Gasstation mit einer benachbarten, mindestens 700 Quadratmeter großen Fläche verschmelzen will. Das technische Gebäude darauf werde aber nur eine Grundfläche von 8 mal 10 Metern bedecken, betont die Sprecherin. Das Landschaftsbild werde also nur relativ gering beeinträchtigt.

Das sehen die Steinwedeler anders. Sie führen ins Feld, dass zum Bau der Station das derzeit noch niedriger als das Straßenniveau gelegene Gelände aufgeschüttet werden soll. Auch von offenen Rohrleitungen ist die Rede. Rösler meint , dass ein von der Avacon beauftragtes Ingenieurbüro bereits Fakten schaffen wolle. Und schließlich habe auch der Ortsrat um Ortsbürgermeister Jens Utermann gesagt, ein solches technisches Bauwerk dürfe auf keinen Fall vor das Ortsbild gesetzt werden.

Diesen Wunsch der Dorfpolitiker bestätigt auch die Lehrter Stadtverwaltung. "Der Ortsrat will erfahren, was da hinkommt", sagt Sprecher Fabian Nolting. Bislang gebe es aber auch im Lehrter Rathaus noch keine Infos über das Projekt. Abhilfe soll nun ein Gespräch liefern, das laut Avacon für Mittwoch geplant ist.

Unterdessen hat sich in Steinwedel bereits eine Bürgerinitiative gegen die neue Gasstation gegründet, deren Sprecher Rösler ist. Der Gruppe gehört auch ein Grundstückseigentümer an, der zwar seit einiger Zeit nicht mehr in Steinwedel wohnt, dort aber 35 Jahre lebte. Er hat nach eigenen Angaben der Avacon bereits vor einiger Zeit ein alternatives Grundstück zum Bau der Gaststation angeboten - und zwar südlich der Kreisstraße, wo die technische Anlage das Ortsbild nicht stören würde. Dort habe die Avacon aber bei Voruntersuchungen Torflinsen im Erdreich entdeckt, die eine Gründung der Gasstation schwierig und das Projekt teuer machen würden.

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