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Schulpolitik: Attacken werden noch schärfer

Lehrte Schulpolitik: Attacken werden noch schärfer

Die Debatte über die Schulentwicklung in Lehrte geht mit steigender Heftigkeit weiter – und sie wird mehr und mehr von persönlichen Attacken begleitet. Jetzt meldet sich die CDU in Ahlten zu Wort und mahnt unter anderem ein Finanzkonzept für die Konzentrierung der IGS in Lehrte Süd an.

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Der Streit um die Schulpolitik in Lehrte spitzt sich zu.

Quelle: Achim Gückel

Lehrte. Weil ein Finanzkonzept bisher fehle, werde die Lösung der von SPD und Grünen angerichteten Schulmisere in der Stadt verhindert, meint Ahltens CDU. Indes nennt die Arpker SPD die derzeitige Schulpolitik der Lehrter CDU „verantwortungslos und inhaltsleer“.

Ahltens CDU sieht derzeit einen „parteipolitischen Kleinkrieg der in die Ecke gedrängten Mehrheitsfraktion“ aus SPD, Grünen und Die Linke. Schulische Bildung sei aber für die Zukunft der Kinder und der Gesellschaft zu wichtig, um unter derartigen Auseinandersetzungen leiden zu müssen. Gleichzeitig betrachtet die Ahltener CDU eine vielfältige Schullandschaft, in der Eltern und Kinder den für sie optimalen Bildungsweg wählen können, als eine „fundamentale Grundlage einer gesellschaftlich akzeptierten Bildungspolitik“. Eine weitere Prämisse sei aber auch der verantwortungsvolle Umgang mit Steuergeld. SPD, Grüne und Die Linke betrieben im Stadtrat jedoch eine „von ideologischer Engstirnigkeit und finanzpolitischem Harakiri" geprägte Bildungspolitik.

Ahltens CDU will eine Konzentration der IGS in Lehrte und damit die Aufgabe des Standorts in Hämelerwald „aus schulfachlicher Sicht“ nicht infrage stellen. Bevor aber weitreichende Beschlüsse über Schulschließungen und Baumaßnahmen getroffen würden, von denen zu befürchten sei, dass sie sich „in Richtung 100 Millionen Euro“ bewegen könnten und die Stadtfinanzen für Jahrzehnte lähmten, müsse ein fundiertes Finanzkonzept her. Dazu zähle auch ein schlüssiges Konzept für die Nachnutzung der Schule am Ried in Hämelerwald sowie die effiziente Nutzung der vorhandenen Räume in Lehrte.

Dem Ahltener SPD-Abteilungschef Timo Bönig machen die Christdemokraten der Ortschaft schwere Vorhaltungen. Er hatte am Wochenende der örtlichen CDU vorgeworfen, sie ignoriere die Vorteile einer IGS in Lehrte Süd und agiere damit gegen die Interessen der Ahltener. Dabei seien es SPD und Grüne gewesen, die seit der Gründung der IGS in Hämelerwald im Jahr 2008 die Interessen der Ahltener Schüler weitgehend ignoriert hätten. Die Akzeptanz der IGS sei seither in Ahlten gering. In diesem Jahr gebe es nur zwei Anmeldungen für diese Schule aus der Ortschaft.

Arpkes SPD hingegen bricht eine Lanze für das von der Ratsmehrheit vorgelegte Konzept, die IGS in Lehrte Süd zu konzentrieren. Dort gebe es die besten Voraussetzungen, das Schulkonzept mit einer fünfzügigen Sekundarstufe 1 und einer funktionierenden Oberstufe umzusetzen, meint der SPD-Abteilungsvorsitzende und Ortsbürgermeister Klaus Schulz. In Hämelerwald werde dieses aber selbst bei optimistischen Annahmen nicht machbar sein.

„In Hämelerwald ist insbesondere eine Oberstufe mit im Mittel 44 Schülern nicht mehr lebensfähig“, meint auch SPD-Ortsratsmitglied Frank Scherling. Minimum für die Genehmigung seien 54 Schüler. Das Ja zur IGS in Lehrte Süd sei also auch ein Ja zu dieser Schulform, richte sich aber freilich gegen das erklärte Ziel der CDU in Niedersachsen, zum dreigliedrigen Schulsystem aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium zurückzukehren.

Leif Weinel, Ortsratsmitglied der SPD in Arpke, betont indes, dass die Verlegung der IGS aus Hämelerwalder Sicht zweifellos ein schmerzhafter Einschnitt für die Ortschaft wäre. Für die gesamte Stadt sei diese Neuausrichtung der Schullandschaft aber notwendig.

Und schließlich legt Schulz noch heftig in Richtung des politischen Gegners nach: „Was will die CDU? Hierzu liegen uns in Lehrte und Arpke keine Informationen vor. Wir hören nur, was sie nicht will. Es gibt kein Konzept. Das ist verantwortungslos und inhaltsleer.“

Schulz übt auch harsche Kritik an den CDU-Ratsherren Marcel Haak aus Arpke und Jonas Schlossarek aus Lehrte. Diese hätten sich in der jüngsten Debatte des Schulausschusses „zum Retter der ihnen so verhassten Schulform IGS“ aufgeschwungen. Das sei unehrlich und verlogen. „Langfristig wäre nämlich die gesamte IGS am Standort Hämelerwald verloren“, meint Schulz: „Politik braucht klare Kante und keine Sprechblasen. Die CDU ist ohne Plan.“

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