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Tafel-Chef spricht über Nächstenliebe

Lehrte Tafel-Chef spricht über Nächstenliebe

In der Kanzelrede von Hans-Gerhard Schölzel, dem Chef der Lehrter Tafel, hat sich in der Matthäuskirche am Sonntagabend alles um das Thema Nächstenliebe gedreht. Die 85 Zuhörer erfuhren zudem Wissenswertes über die Grundgedanken der Tafeln im Allgemeinen und die Geschichte der Lehrter Tafel im Besonderen.

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Tafel-Chef Hans-Gerhard Schölzel spricht in seiner Kanzelrede über konkrete Nächstenliebe.

Quelle: Katja Eggers

Lehrte. Mit rund 900 Einrichtungen in Deutschland gehören die Tafeln laut Schölzel zu den größten sozialen Bewegungen unserer Zeit. Die Idee, überschüssige Lebensmittel an Bedürftige zu verteilen, stammte ursprünglich aus den USA. "Auch in Deutschland werden täglich viele Tonnen Lebensmittel vernichtet, obwohl sie noch genießbar sind", betonte Schölzel in seiner Kanzelrede.

Die erste Lebensmittelausgabe der Lehrter Tafel sei 2007 mit rund 60 ehrenamtlichen Helfern gestartet. An einem einzigen Ausgabetag wurden seinerzeit 150 Menschen versorgt. Heute versorgen 85 Tafel-Helfer rund 400 Familien aus 29 verschiedenen Herkunftsländern. Als Schölzel erwähnte, dass sie dies im Jahr derzeit in insgesamt gut 20.500 Stunden tun, ging ein leises, aber anerkennendes Raunen durchs Publikum. "Die Mitarbeiter üben Nächstenliebe an Menschen, die es sehr nötig haben - und sie tun dies konkret, zugewandt und gern", betonte Schölzel.

Wie bei einer Kanzelrede üblich, durften die Zuhörer im Anschluss Fragen an Schölzel auf Zettelchen schreiben. Sie wollten unter anderem wissen, wie hoch die Betriebskosten der Tafel sind, welche Aufgaben Schölzel als Vorsitzender hat und warum er sich in dem Verein engagiert.

Schölzel hatte für jede Frage, wie bei Kanzelreden üblich, nicht mehr als 60 Sekunden Zeit. Die jährlichen Betriebskosten liegen bei 30.000 Euro. Als Vorsitzender koordiniere und organisiere er vor allem die Logistik und halte den Kontakt zu den Sponsoren. Er selbst sei irgendwann mal gefragt worden, ob er Lust habe zu helfen und habe dies dann einfach getan. "Der Rest ergab sich von allein", sagte Schölzel.

Auf die Frage, was die Tafel derzeit am meisten benötige, sagte er: "Nachwuchs, gern auch jüngere Menschen!" Der Altersdurchschnitt der Tafel-Helfer liegt laut Schölzel derzeit bei 64 Jahren. Der älteste Mitarbeiter ist 83 Jahre.

Von Katja Eggers

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