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Theaterstück über das Schrecken und die Hoffnung

Lehrte Theaterstück über das Schrecken und die Hoffnung

Schrecken und Hoffnung am Ende des Zweiten Weltkrieges: Um dieses Thema ist es am Sonntagnachmittag im Antikriegshaus Sievershausen gegangen. Zu sehen war dort das Theaterstück „Moshes zweites Leben“.

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Zwischen Leben und Tod: Die britische Krankenschwester (Hanna Legatis) kümmert sich um die KZ-Häftlinge Josef Dreilinger (rechts, Gerrit Neuhaus) und Moshe Oster (Andreas Daniel Müller).

Quelle: Madeleine Buck

Sievershausen.  6. April 1945. Rund 360 KZ-Häftlinge machen sich von Hannover-Mühlenberg auf in Richtung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Zwei Tage lang werden sie zu Fuß getrieben. Wer nicht mehr kann, wird noch auf dem Weg erschossen. 

Diesen fürchterlichen Marsch hat am Sonntag das Theaterstück „Moshes zweites Leben“ thematisiert, das im Antikriegshaus in Sievershausen zu sehen war. Es war der letzte Teil der Reihe „Zeitzeugen“ des Nagelkreuzzentrums. Das Stück basiert auf zwei Interviews mit den KZ-Überlebenden Moshe Oster, gespielt von Andreas Daniel Müller, und Josef Dreilinger, der in dieser Inszenierung von Martin G. Kunze von Gerrit Neuhaus verkörpert wurde.

In „Moshes zweites Leben“ geht es allerdings nicht nur um den Leidensweg der beiden damals 18 und 19 Jahre alten Männer. Auch ihre Traumata spielten eine Rolle. „Das sind nur Träume. Oder ist es das Leben, das uns im Schlafe quält?“, fragt sich Josef Dreilinger nachdem er Moshe aus einem Albtraum aufweckt hat. 1944 waren die beiden jungen Männer in ein Außenlager des KZ Auschwitz eingesperrt worden und stellten dort Flakgeschütze her. Doch auf Grund des Vordringens der Roten Armee wurden Häftlinge frontnaher Konzentrationslager immer weiter in den Westen gebracht. Josef und Moshe landeten daraufhin in Mühlenberg. Dort arbeiteten sie bis zu dem Fußmarsch nach Bergen-Belsen in 12-Stunden-Schichten als Zwangsarbeiter für die Hanomag. Moshe überstand den 60 Kilometer langen Weg nur mit Mühe und Not.

In Bergen-Belsen angekommen kümmerte sich eine britische Krankenschwester (Hanna Legatis) um die Neuankömmlinge. „Die zwei waren so ausgehungert wie ich es noch nie gesehen habe“, erklärt sie in einem Rückblick. Wie aussichtslos die Lage für die Häftlinge war, wird deutlich, als Josef davon berichtet, dass sie sich manchmal sogar über Bombenangriffe gefreut haben. „Dann ist es wenigstens bald vorbei“, habe man da gesagt er. Doch die britische Krankenschwester will die zwei Männer nicht aufgeben und versucht ihr Vertrauen zu gewinnen. Und sieben Tage nach ihrer Ankunft in Bergen-Belsen wird das KZ durch die britische Armee befreit.

Von Madeleine Buck

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Stück über den Leidensweg von KZ-Häftlingen

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