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Wasserschildkröten am Blauen See ausgesetzt

Lehrte Wasserschildkröten am Blauen See ausgesetzt

Tier gekauft, zu groß geworden, ausgesetzt: Was normalerweise oft zu Weihnachten geschieht, hat ein Sportangler jetzt am Blauen See beobachtet. Dort haben Unbekannte Wasserschildkröten ausgesetzt - diese können jetzt zur Nahrungskonkurrenz für heimische Arten wie etwa Eidechsen werden.

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Die nordamerikanischen Schmuckschildkröten scheinen sich am Blauen See wohl zu fühlen - doch für einheimische Tierarten wie etwa Eidechsen können sie zur Nahrungskonkurrenz werden.

Quelle: privat

Lehrte. Als Matthias Besling kürzlich einen Familienausflug zum Blauen See unternahm, entdeckte er die Tiere. "Drei Wasserschildkröten sonnten sich am und im Wasser, das war ein tolles Naturschauspiel", sagt der 42-Jährige. Er vermute, dass die Schildkröten ausgesetzt wurden und den milden Winter gut überstanden haben.

Das meint auch der Naturschutzbeauftragte Christian Helmreich: "Die haben vermutlich Terrarienhalter ausgesetzt." Helmreich hat die Tiere als nordamerikanische Schmuckschildkröten identifiziert - die eigentlich nichts in unseren Breitengraden verloren haben. Sie gelten als invasiv, das heißt, sie können einheimischen Tierarten schaden und etwa für Eidechsen zur Nahrungskonkurrenz werden. Denn Schildkröten fressen kleine amerikanische Flusskrebse, die ebenfalls im Blauen See vorkommen, und sogar die geschützten Teichmuscheln.

Doch das Problem sei nicht neu, sagt Helmreich. "Es gibt in vielen Teichen solche Schildkröten, etwa im Hohnhorstsee und dem kleinen Dreiecksteich zwischen Immensen und Arpke." Dort lebten seit vielen Jahren Rotwangen-Schildkröten. Bei Frost würden viele sterben, doch in milden Wintern könnten sie überleben und sich vermehren. Andererseits gebe es neue Forschungen, die besagten, dass die eingeschleppten Tierarten die biologische Vielfalt erhöhten.

 Zum neuen Problem mit den Schildkröten kommt ein altes Ärgernis hinzu - der wilde Müll. "Das ist schon traurig, da liegen zerbrochene Flaschen, Reste von Fast-Food-Restaurants und es gibt sogar Feuerstellen", sagt Besling. Autos würde wild geparkt, obwohl dort niemand hinfahren dürfte, sagt das Mitglied des Sportanglervereins Hannover und Umgebung. Nur land- und forstwirtschaftlicher Verkehr sei erlaubt. Dabei sei der Blaue See ein "schönes Naherholungsgebiet", in dem auch Enten und Gänse brüteten. Die Vereinsmitglieder hätten Parkausweise und hielten den See mit Teichdiensten sauber. Am schlimmsten sei es meist nach dem Vatertag - der in Kürze wieder ansteht.

Auch die Stadt kennt das Problem - doch wird der Lage kaum Herr. "Wir können nur appellieren, sich vernünftig zu verhalten", sagt Sprecher Fabian Nolting. Weil es der Naherholung diene, wolle man das Gebiet aber nicht einzäunen.

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Von Oliver Kühn

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