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Unterbringung von Kindern geht ins Geld

Lehrte Unterbringung von Kindern geht ins Geld

Lehrte muss in diesem Jahr für sogenannte Transferaufwendungen in der Kinder- und Jugendarbeit fast 1 Million Euro mehr aufwenden als geplant. Das Geld dient unter anderem der Unterbringung von Kindern bei Pflegeeltern. Etwa 80 Prozent der Kosten werden der Stadt von der Region Hannover rückerstattet.

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Lehrte muss knapp 1 Million Euro mehr als gedacht für Unterbringung von Kindern und Hilfsleistungen ausgeben.

Quelle: Dpa

Lehrte. Hinter der bloßen Zahl von 985 000 Euro an Mehraufwendungen in diesem Jahr stehen mitunter traurige Schicksale. Der Bedarf an Hilfe zur Erziehung in den Familien und für sogenannte Eingliederungshilfen für seelisch behinderte Kinder ist deutlich gestiegen. Unerwartet oft musste der Soziale Dienst auch zum letzten denkbaren Mittel greifen, um Kinder aus besonders schwierigen Lebensumständen zu holen und sie in Pflegefamilien unterzubringen. Und solch ein Schritt geht für die Stadt enorm ins Geld.

All das hat dazu geführt, dass Lehrte mit den kalkulierten Kosten für diese Aufgabe nicht mehr klarkommt. Der Finanzausschuss hat am Dienstagabend der überplanmäßigen Aufwendung von knapp 1 Million Euro einmütig zugestimmt. „Die Notwendigkeit ist unstrittig“, sagte SPD-Fraktionschef Bodo Wiechmann. Die Stadt ist verpflichtet, die Kosten gegenüber den freien Trägern der Jugendhilfe zu erstatten.

Ob von dieser sprunghaften Kostensteigerung auch andere Kommunen betroffen seien, wollte indes Grünen-Ratsherr Christian Gailus im Ausschuss wissen. Ja, es gebe einen „Trend,“ dass der Soziale Dienst öfter in Familien eingreifen müsse, antwortete Bürgermeister Klaus Sidortschuk. Das sei aber kein alleiniges Problem für Lehrte.

Die Aufwendungen für die Erziehungshilfen und die Unterbringung von Kindern seien stets starken Schwankungen unterlegen, erläuterte Sidortschuk. Mitunter reiche schon der Zuzug weniger Familien mit mehreren Kindern, um die entsprechenden Kosten sprunghaft anstiegen zu lassen.

Laut Stadtsprecher Fabian Nolting bekommt die Stadt etwa 80 Prozent der Aufwendungen für die Hilfe zur Erziehung und die Unterbringung von Kindern erstattet. Mithin bleibt Lehrte also auf rund 200 000 Euro der Kosten sitzen.

Von Achim Gückel

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