Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Nach Randale: Schulleiter spricht klare Worte

Lehrte Nach Randale: Schulleiter spricht klare Worte

Denkwürdige Entlassungsfeier in der IGS in Hämelerwald: Nur 40 Stunden nach der schweren nächtlichen Randale in der Schule richtete Schulleiter Bernhard Mellentin deutliche Worte an die Jugendlichen. Er sprach von eine "Spirale des Eskalation". Die Schüler baten indes um Entschuldigung.

Voriger Artikel
Pauline und Shahnaz lesen am allerbesten vor
Nächster Artikel
Sechs Hotspots für die Innenstadt?

Nach der Randale an der IGS: Schulleiter Bernhard Mellentin spricht bei der Abschiedsfeier von einer "Spirale der Eskalation", aber auch von einem Jahrgang mit "großartigen Menschen und tollen Charakteren".

Quelle: Achim Gückel

Hämelerwald. Ursprünglich hatte die IGS für Donnerstagnachmittag ein Entlassungsfest in der Sporthalle geplant - mit Musik und Reden. All das fand nicht statt. Bereits am Mittwoch hatte die Schulleitung entschieden, dass die Feier angesichts der Vorkommnisse in der Nacht zuvor ausfällt. Statt dessen gab es eine flammende Rede des Schulleiters in der Aula. Danach erhielten die rund 140 Zehnt- und Neuntklässler ihre Abschlusszeugnisse in den Klassenräumen.

Am Dienstagabend hatten sich nach einer Nachtwanderung etwa 150 junge Leute, insbesondere die Zehntklässler der IGS, an der Schule in Hämelerwald getroffen und gefeiert. Nach Mitternacht war es zur Eskalation gekommen. Mellentin sagt, dass sich mindestens 100 Schüler Zugang zur Sporthalle verschafften. Dort wurde mit Feuerlöschern gesprüht. Es gab massive Zerstörungen in Klassenräumen des 5. Jahrgangs sowie im Musikraum. Es wurden Instrumente, Computer, Monitore demoliert. Später seien "schwerbetrunkene Schüler" aufgegriffen worden.

All dass nannte Mellentin eine "Spirale der Eskalation, die wir nicht für möglich gehalten haben". Schulleitung und Kollegium seien insbesondere darüber enttäuscht, dass in der Nacht keiner von den Jugendlichen auf die schlimmen Vorkommnisse reagiert und die Polizei gerufen habe, sondern "alle die Situation einfach akzeptiert haben" . Dass die Schüler in die Sporthalle eindrangen, nannte Mellentin "kollektiven Hausfriedensbruch".

Der Schulleiter betonte aber auch, dass die schwersten Beschädigungen, etwa das Einwerfen von Glastüren mithilfe metallener Mülleimer, nicht von IGS-Schülern ausgegangen seien. Das hätten die bisherigen Ermittlungen ergeben. Mellentin hielt die Schelte über die Vorkommnisse aus der Nacht zum Mittwoch und seine allgemeinen Beurteilung des Jahrgangs auch deutlich auseinander. "Es sind viele großartige Menschen und Charaktere unter Ihnen", sagte er an die Abgänger gewandt. Die Zeugnisse seien insgesamt positiv ausgefallen, 72 Schüler, also 51 Prozent des Jahrgangs, hätten sogar den Erweiterten Realschulabschluss geschafft. "Sie haben sich eine hervorragende Grundlage für alles Weitere geschaffen. Das verdient allerhöchste Anerkennung", lobte Mellentin.

Am Ende der kurzen Entlassungsfeier sprachen die Schülerinnen Alina Weiß und Sarina Fischer. "Wir wollten uns entschuldigen, dass das so eskaliert ist. Es tut uns sehr dolle leid", sagte Weiß.

Von Achim Gückel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Digitales Daumenkino: So wächst das Parkhaus

Das Parkhaus in Lehrte wächst zusehends. Woche für Woche macht HAZ-Redakteur Achim Gückel ein Foto des Baus aus derselben Perspektive. Daraus entsteht ein digitales Daumenkino.