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Sie verschönern die Dorfgemeinschaft

Lehrte Sie verschönern die Dorfgemeinschaft

Tatkräftig im Dienst für drei Dörfer: Seit weit über 20 jahren gibt es in Aligse, Kolshorn und Röddensen den Verein zur Verschönerung der Dorfgemeinschaften. Der richtet nicht nur alljährlich einen der schönsten Weihnachtsmärkte weit und breit aus, sondern seine Mitglieder legen auch kräftig Hand an.

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Sie leisten ganze Arbeit: Manfred Fehlauer (links) und Karl-Heinz Deichmeier auf einer der Bänke, die sie jüngst für den Verein zur Förderung der Dorfgemeinschaften Aligse, Kolshorn, Röddensen in Stand gesetzt haben.

Quelle: Sandra Köhler

Aligse. Zufrieden sitzen Manfred Fehlauer und Karl-Heinz Deichmeier auf der soliden Lindenbank in der Nähe der Aligser Kleingärten. Die beiden rüstigen Männer jenseits der Siebzig gehören zum harten Kern des gemeinnützigen Vereines zur Verschönerung der Dorfgemeinschaft, der mittlerweile mit 140 Mitgliedern hat. Und sie sind überall dort zu finden, wo es darum geht, für die drei Nachbarortschaften aktiv zu werden. So sind auf Initiative des Vereins unter anderem sieben Ortseingangsschilder, das Buswartehäuschen im Fachwerkstil am Dorfteich, die dort aufgestellten Sitzgruppen und ein kompletter Spielplatz in Kolshorn entstanden. Auch die Sanierung des Feuerwehrhäuschens in Aligse und die Einzäunung des Sportplatzes in Röddensen gehen auf die Kappe des Vereins.

Jene Bank, auf der Fehlauer und Deichmeier sitzen, sei, ebenso wie ihr Pendent an der Aue auf dem Fahrradweg nach Lehrte "total verrottet gewesen". Wiederholt seien sie von Aligsern wie Hans Stelle  aber auch von Lehrtern darauf angesprochen worden, ob sie die denn nicht wieder in Stand setzen könnten, sagen sie. Schließlich entschlossen sich die Mitglieder des Vereins, etwas zu unternehmen. "Sonst hätte sich da nichts getan", meint Fehlauer. Rund 500 Euro kostete das Material. "Wir haben Lindenholz genommen. Das ist haltbar wie Eiche. Aber man sitzt besser drauf", sagt Deichmeier und freut sich nun über das fertige Werk.

Was genau vom Verein erledigt wird, unterliegt stets nur einem einzigen Kriterium: "Es muß zum Wohle unserer Dörfer sein", sagt Fehlauer. Vorschläge prüft der Vorstand ebenso sorgfältig wie eigene Ideen und Anträge von Vereinen, Institutionen und Verbänden. Denn letztere können auch um finanzielle Unterstützung von Projekten bitten. So erhielt die Feuerwehr etwa einen Zuschuss zu Helmlampen, die Jugendfeuerwehr bekam Stiefel, Sportler erhielten Trikots, der Steinwedeler Kindergarten Krippenfiguren, die Kita in Aligse Hilfe beim Einbau ihrer Hochebenen. "Da haben wir auch die Firma vermittelt und uns gekümmert, dass das nicht so teuer wird", sagt Deichmeier zufrieden.

Ganz wichtig sind auch zwei weitere Dinge, welche die Dorfverschönerer regelmäßig unterstützen: Die Klinikclowns in Hannover und in Not geratene Familien. Ob das nun die Oma ist, der die Waschmaschine kaputt gegangen ist, oder der Mann, der nach dem Tod seiner Frau mit den Kindern allein dasteht. "Die unterstützen wir, ohne dass die Namen oder Fälle in die Zeitung kommen", macht Fehlauer klar und wirbt damit gleichzeitig darum, sich vertrauensvoll an den Vorstand zu wenden, wenn eine Notlage vorliegt.

Alles Geld, das der Verein zur Verschönerung der Dorfgemeinschaften ausgibt, stammt  übrigens aus dem Gewinn des von ihm veranstalteten Aligser Weihnachtsmarktes. Den gibt es bereits seit 24 Jahren. Und direkt nach der Premiere gründeten die Organisatoren den Verein. "Um auf der sicheren Seite zu sein", wie Deichmeier, langjähriger Vorsitzender und nunmehr Ehrenvorsitzender sagt. Wer kostenfrei Mitglied werden will, Ideen hat, den Verein aktiv oder finanziell unterstützen will, kann per E-Mail an weihnachtsmarkt-aligse@web.de Kontakt aufnehmen.

Mit dem Weihnachtsmarkt fing alles an

Als vor fast einem Vierteljahrundert die Idee für den Aligser Weihnachtsmarkt geboren wurde, war eines sofort klar. "Wir machen dass, denn der Gewinn an soziale Zwecke geht", lauteten die Worte von Karl-Heinz Deichmeier seinerzeit in etwa. Er sammelte flugs Material zum Bau der 14 Buden Holzbuden - und bereits die Premiere des stimmungsvollen dreitägigen Marktesam Dorfteich übertraf mit 8000 Mark Überschuss alle Erwartungen.

Seither hat sich die Beliebtheit des Marktes, der stets am ersten Adventswochenende tattfindet, noch gesteigert. Auch Besucher aus Lehrte, Ahlten, Immensen, ja sogar aus Hannover kommen zum Aligser Dorfteich, um sich zu dort treffen. "Bei uns gehen die Leute auf Tuchfühlung, so voll ist es immer", scherzt Manfred Fehlauer. Auch der wohl beste Flammlachs weit und breit sei dort zu haben. 220 bis 240 Seiten gehen an drei Tagen in den Verkauf.

Angeboten wird nur, was in den drei Dörfern selbst hergestellt wurde. Von Tiffany und Kränzen über Marmeladen und Holzarbeiten, Schmuck und Taschen, Likören, Krapfen, Bratäpfeln und Bihunsuppe und vieles mehr. Bereits im Januar beginnen Fehlauer und Deichmeier mit der Herstellung ihrer beliebten Holzengel und Kerzen. Im Sommer läuft die Tiffanyproduktion bereits auf Hochtouren. Und zur Erntezeit geben die Kleingärtner alles, damit die Marmeladen auch für drei Tage Weihnachtsmarkt reichen.

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Von Sandra Köhler

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