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Haftstrafe für Vergewaltiger

Lehrte Haftstrafe für Vergewaltiger

Sex unter Gewaltanwendung, Vergewaltigung einer zum Widerstand unfähigen Frau: Ein 28-jähriger Lehrter hat sich dieser zwei Straftaten schuldig gemacht. Das Amtsgericht verurteilte den Mann jetzt zu drei Jahren und drei Monaten Haft. Er selbst beteuerte bis zum Schluss des Prozesses seine Unschuld.

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Urteil gegen einen 28-jährigen Lehrter: Wegen Vergewaltigung und Missbrauchs einer Widerstandunfähigen muss er drei Jahre und drei Monate in Haft.

Quelle: Uli Deck

Lehrte. Es ist eine unselige und höchst unappetitliche Geschichte. Vor Richter Robert Glaß wurde die Beziehung zwischen dem heute 28-Jährigen und seinem drei Jahre jüngeren Opfer trotzdem bis ins Detail beleuchtet. Am Schluss stand für das Schöffengericht fest, dass der Täter sich „den Sex geholt hat, wie er ihn haben wollte“ (Glaß). Jetzt geht der Mann dafür in Haft.

Angefangen hatte alles mithilfe einer Sexbörse im Internet. Der Lehrter und sein ebenfalls aus der Stadt stammendes späteres Opfer lernten sich auf diesem Weg Anfang 2014 kennen. Er ließ sich daraufhin mehrfach von der jungen Frau befriedigen, betrachtete sie als willfährige Dienerin. Doch sie wollte offenbar mehr von ihm als nur schnellen Sex.

Man verlor sich trotzdem zunächst aus den Augen, doch im September 2014 ließ sich die junge Frau erneut auf Kontakte ein. Und am 26. September kam es in der Wohnung der Frau zu den folgenschweren Straftaten.

Dort hatten sich auch ein Freund des Mannes und eine Freundin des späteren Opfer eingefunden. Die Frauen tranken reichlich Alkohol, die Männer blieben nahezu nüchtern. Schließlich soll es Beleidigungen gegenüber der Lehrterin gegeben haben – woraufhin diese nach eigener Aussage absolut keine Lust mehr hatte, sich auf Sex einzulassen. Sie sagte nein. „Und ein Nein ist ein Nein“, sagte Anwältin Antje Rubart-Rosentreter.

Der Mann ließ trotzdem nicht von der Frau ab, zwang sie zunächst zum Oralverkehr, würgte sie dabei fast bis zur Bewusstlosigkeit und begab sich anschließend noch in deren Bett. Dorthin kam später auch die heftig alkoholisierte Frau. Sie schlief ein und merkte auch nicht, dass ihr Peiniger sich erneut über sie hermachte und die Widerstandsunfähige vergewaltigte. Gutachter bestätigten im Prozess, dass die Frau angesichts ihres Alkoholpegels tatsächlich nichts von der Tat registriert haben kann. Am nächsten Morgen noch maßen Polizisten bei ihr einen Pegel von 1,5 Promille.

Vor Gericht beteuerte der 28-Jährige, der schon Haftstrafen wegen Raubs und räuberischer Erpressung abgesessen hat, es habe sich bei den Kontakten zu seinem Opfer stets um einvernehmlichen Sex gehandelt. Er sei ja nicht „so doof, sein Leben auf diese Weise zu zerstören“. Amtsrichter Glaß glaubte ihm nicht. Er betonte, das Opfer habe schlüssige Aussagen gemacht, der Angeklagte hingegen nicht. Dieser hatte nach der Tat, als ihn sein Opfer zur Rede stellte, erst selbst die Polizei eingeschaltet und anfänglich auch Aussagen zum Geschehen an dem Abend gemacht. Später verweigerte er die Aussage und beteuerte beharrlich seine Unschuld.

Von Achim Gückel

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