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Die mikroskopische Welt wird zum Vorbild

Lehrte Die mikroskopische Welt wird zum Vorbild

In der Ausstellung „Polyflore Mikrofauna“ zeigt die Künstlerin Marina Schreiber in der Städtischen Galerie Lehrte Objekte aus Holz, Papier, Polyester und elektronischen Bauteilen sowie Zeichnungen, die mikroskopische Formen in den Mittelpunkt stellen.

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Besucherin Karin Krajewski (links) unterhält sich mit Künstlerin Marina Schreiber über die Objekte.

Quelle: Michael Schütz

Lehrte. Mancher der Besucher der Vernissage in der Alten Schlosserei fühlte sich an den Schulunterricht erinnert, als es auf dem Objektträger des Mikroskops seltsame Formen wie Pantoffeltierchen oder Pflanzenpollen zu entdecken gab. Diese mikroskopische Welt hat sich die Berlinerin zum Vorbild genommen, um daraus Kunst zu kreieren. Dabei bildet sie keines der Vorbilder konkret nach. Sie lässt sich vielmehr durch die von der Natur vorgegebenen Form inspirieren. „Sie ist eine hochkreative Künstlerin“, fand Dündar Kelloglu, dritter stellvertretender Bürgermeister, der die Schau in der Galerie eröffnete. „Diese Ausstellung sticht heraus“, meinte der grüne Politiker.
Julienne Franke von der Stadt Lehrte hatte die Künstlerin und ihre Objekte nach Lehrte geholt und fühlte sich beim Anblick der Kunst an die Forschungsreisen vieler Gelehrter des 19. Jahrhunderts erinnert. Sie hätten damals viele unbekannte Pflanzen mitgebracht und der Öffentlichkeit präsentiert. „Bei Marina Schreiber stimmt das natürlich nicht“, sagte Franke am Freitag in ihrer Einführung. Aber das Interesse an organischen Formen sei bei der gebürtigen Hannoveranerin immer vorhanden gewesen. Schon zu Studienzeiten sei sie gern in den Hochschulgarten gegangen, um Pflanzen zu zeichnen, erfuhren die Besucher.
Durch die Materialwahl bekämen die Objekte etwas Lebendiges, befand Franke. Bronze oder Stein, mit denen etwa die organischen Formen eines Hans Arp oder Henry Moore entstanden sind, hätten immer etwas Endgültiges. „Hier dagegen gibt es eine potenzielle Veränderlichkeit.“
Besonders fasziniert zeigten sich die Besucher von den filigranen Skulpturen aus elektronischen Widerständen, die von Schreiber zu einem ganz neuen Formgebilde zusammengefügt wurden. „Aus industriell massenhaft gefertigten Produkten entstehen dadurch wieder ganz individuelle Objekte“, betonte Franke die Einzigartigkeit der zurzeit in der Galerie ausgestellten Kunst.
Die Ausstellung „Polyflore Mikrofauna“ ist noch bis zum 4. September zu sehen. Geöffnet dienstags bis freitags sowie sonntags von 14 bis 18 Uhr. Eintritt frei.

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Von Michael Schütz

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