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Linien umreißen die Erinnerungen eines Tages

Lehrte Linien umreißen die Erinnerungen eines Tages

Ein zweiter Blick lohnt sich: Zuerst mögen die Bilder, die Hans Martin in der städtischen Galerie Lehrte ausstellt, einfach und kindlich erscheinen. Doch beim genauen Hinschauen erschließen sich in ihnen ganze Geschichten. Denn jedes der Werke ist ein Tagebuchblatt voller Höhepunkte.

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Hans Martin, Kunststudent in Braunschweig, hat seine erste Einzelausstellung in der städischen Galerie in der Alten Schlosserei Lehrte.

Quelle: Sandra Köhler

Lehrte. Entdeckt hatte Lehrtes Kulturbeauftrage Julienne Franke das Schaffen des aus Sangershausen stammenden Studenten Hans Martin im vergangenen Jahr beim Rundgang an der Hochschule der Bildenden Künste Braunschweig (HBK), bei der Arbeiten präsentiert werden. "Ich war beeindruckt, wie gekonnt und präzise die Linienführung war", sagt Franke. Die Bilder - mitnichten sind sie Zeichnungen, sondern Ölgemälde, zum Teil ergänzt mit Acryllack - nahmen sie gefangen. Franke und Martin kamen ins Gespräch, und die Lehrter Kulturbeauftragte ludt den jungen Künstler zu seiner ersten Einzelausstellung in die städtische Galerei ein.

".. am Tage als.. " : Der Titel der Schau deutet auf das Fundament der Serie hin, die aktuell etwa 60 Bilder umfasst; 38 davon sind bis zum 5. November in Lehrte zu sehen. Jedes Bild zeigt einen Tag im Leben Martins. "Ich male etwa zwei bis drei Tage später, was mir im Gedächtnis geblieben ist", sagt er: "Dabei erlebe ich die Augenblicke noch einmal. Und wenn ich sie später anschaue, kann ich die Empfindungen, die ich hatte auch wieder aufrufen." Von diesem Empfindungen geht er auch aus, wenn er ein Bild beginnt. "Ich habe im Kopf, was ich ausdrücken will. Das Bild selbst entsteht dann bei der Vorzeichung", erzählt Martin.

Das kann das Portrait einer jungen Dame enthalten oder das eines ihm nahestehenden Professors, eine Geburtstagsfeier oder auch den Tag, an dem Franke auf ihn aufmerksam wurde. All das bringt Martin sehr strukturiert, auf die Essenz eingedampft als Tagebuchblatt auf die Leinwand. Auch wenn er selbst angibt, keinem Vorbild nachzueifern: In seiner konsequenten Reduktion erinnert Martin an Paul Klee, in der Formsprache und der Nähe zum Surrealismus gibt es Parallelen zu Pablo Picasso.

"Die Leichtigkeit der Darstellung macht die Werke zunächst zugänglich für den Betrachtenden, doch ihre Inhalte erweisen sich als erstaunlich komplex", schloss Franke ihre Einführung bei der Vernissage. Wer sich selbst ein Bild machen will: Die Ausstellung in der Galerie an der Zuckerpassage ist dienstags bis freitags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos.

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Fotostrecke Lehrte: Linien umreißen die Erinnerungen eines Tages

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Von Sandra Köhler

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