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Volksbank will leere Immobilien nun verkaufen

Lehrte Volksbank will leere Immobilien nun verkaufen

Seit Montag dieser Woche sind die Türen zu: In Immensen und Sievershausen haben die Filialen der Volksbank endgültig dichtgemacht. Jetzt will das Kreditinstitut die zwei Immobilien verkaufen. Vor einem halben Jahr gab es noch Proteste gegen die angekündigte Schließung, jetzt sind diese verstummt.

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Hier geht nichts mehr: Das Schreiben an der Tür der früheren Volksbankfiliale in Immensen weist auf die Schließung hin.

Quelle: Achim Gückel

Immensen/Sievershausen. Hinter den Scheiben ist es in weißer Schrift auf blauem Grund zu lesen. Mit den Finanzdienstleistungen der Volksbank in den Filialen an der Bauernstraße in Immensen und der John-F.-Kennedy-Straße in Sievershausen ist nun Schluss. Die Kunden werden gebeten, sich an die Hauptstelle in Lehrte oder die Filiale in Arpke zu wenden. Und noch in dieser Woche sollen die Glasfronten der beiden geschlossenen Geschäftsstellen mit einer Folie überzogen werden, die einen Hinweis auf den Umzug der Geschäfte geben, sagt Ina Suray, die bei der Volksbank Hildesheim-Lehrte-Pattensen für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Schon vor einiger Zeit hat die Volksbank damit begonnen, nach Käufern für ihre Immobilien in Immensen und Sievershausen zu suchen. Dass sich die Volksbank von den Gebäuden trennen werde, stehe fest, sagt Suray. Es gebe bereits Interessenten für beide Immobilien. Nähere Infos gebe man zurzeit aber nicht.

Suray betont indes, dass alle Kunden aus den zwei Dörfern Schreiben erhalten haben. Jene aus Sievershausen sollen künftig ihre Bankgeschäfte in der Filiale in Arpke erledigen, jene aus Immensen in der Lehrter Hauptstelle. "Das ist ein Vorschlag von uns", betont Suray. Jedem Kunden in den zwei Dörfern stehe es frei, nun eine neue Geschäftsstelle nach seinem Belieben zu wählen.

Ob nun einzelne Kunden der Volksbank den Rücken kehren, ist offen. Vor gut einem halben Jahr, als die Kunde von der Filialschließung die Runde machte, kündigten manche erboste Immenser und Sievershauser solch einen Schritt an. Das Kreditinstitut selbst regte damals unter anderem an, verstärkt auf Online-Banking zu setzen. Um diese Methode insbesondere älteren Kunden nahezubringen, kamen sogar entsprechende Kurse ins Gespräch.

Die Volksbank Hildesheim-Lehrte-Pattensen hatte Anfang März angekündigt, aus wirtschaftlichen Gründen im Mai sowie Anfang Oktober eine ganze Reihe von kleinen Niederlassungen zu schließen - neun allein in der Region Hannover. Während etwa die Filialen in Bolzum und Höver schon im Mai ihre Türen schlossen, waren jetzt die zwei Geschäftsstellen in Sievershausen und Immensen dran. Dort hatte es im März und April erhebliche Verärgerung gegeben. In Immensen unterzeichneten innerhalb weniger Tage rund 500 Bürger eine Protestliste. Die SPD im Dorf sprach von "Profitgier" der Volksbank, und in Sievershausen stand das Telefon von Ortsbürgermeister Armin Hapke (CDU) nicht still, weil viele Bürger ihre Verärgerung loswerden mussten.

Jetzt sagt Hapke, dass sich die Wogen "wieder geglättet" hätten. Sehr wohl habe die Volksbank die Dörfer aber im März vor vollendete Tatsachen gestellt, und bei der Schließung handele es sich um einen "bedauernswerten Abbau der Infrastruktur" in den Dörfern. Hapkes Immenser Amtskollege Falk Kothe (CDU) sieht die Sache ähnlich. Dass die Volksbank ihre Immobilie an der Bauernstraße nun verkaufen will und es keinen dauerhaften Leerstand an dieser prominenten Stelle geben soll, sieht er jedoch positiv.

Bargeld im Pennymarkt

Wo bekomme ich jetzt noch Bargeld im Dorf? Diese Frage treibt viele Immenser und Sievershäuser um, die bisher an die Automaten in den Volksbank-Niederlassungen gingen. In Sievershausen ist es immerhin möglich, sich im örtlichen Penny-Supermarkt auch Bargeld per Scheckkarte zu besorgen. Die anfänglichen Bemühungen, möglicherweise in einem anderen Laden einen Geldautomaten aufzustellen, scheiterten jedoch. Die Betreiber der Tankstelle sowie der Bäcker in Sievershausen hätten jedenfalls abgewunken, sagt Ortsbürgermeister Armin Hapke.

In Immensen gibt es nicht einmal einen Discounter, der einen Service wie der Penny-Markt in Sievershausen anbieten könnte. Dort setzt man laut Ortsbürgermeister Falk Kothe darauf, dass ein künftiger Nahversorger in die Bresche springen könnte. Er nennt dabei die genossenschaftliche Initiative für einen Dorfladen ebenso wie eine mögliche Investorenlösung für einen Markt. "Wir haben hier im Moment ja kaum Geschäfte, die für einen Geldautomaten infrage kommen", sagt Kothe. Dabei sei ein solches Angebot im Dorf "elementar".

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