Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Orchester warnt vor Whatsapp, Facebook & Co.

Lehrte Orchester warnt vor Whatsapp, Facebook & Co.

Musik verbindet – das nutzt das Polizeiorchester Niedersachsen für ein bundesweit einmaliges Präventions-Schulprojekt: Die musikalische Mitmachgeschichte „Namene“ soll Grundschüler im dritten und vierten Jahrgang für Themen wie Gewalt und Cybermobbing sensibilisieren.

Voriger Artikel
Energiegenossenschaft schafft sich Rücklagen
Nächster Artikel
Lehrter Gymnasiasten machen Party im Park

Das Polizeiorchester Niedersachsen musiziert, die Kinder klatschen und trommeln: Bei der musikalischen Geschichte „Namene“ können die Dritt- und Viertklässler mitmachen, statt nur zuzuhören.

Quelle: Kühn

Lehrte. Namene wurde in Deutschland geboren, ihre Eltern stammen jedoch aus Ghana. Aufgrund ihrer dunklen Hautfarbe wird sie ausgegrenzt und gemobbt. Sogar Handyfotos tauchen im Internet auf – gegen ihren Willen. In der Grundschule An der Masch, wo das Polizeiorchester am Dienstag Station machte, sei genau dies kürzlich passiert, sagt Projektleiter Detlef Krenz.

Deshalb sei der Umgang mit den sozialen Netzwerken ein zentraler Bestandteil des Konzepts. Denn über Whatsapp, Facebook und Co. seien Beleidigungen und Fotos schnell in alle Welt verteilt – schließlich haben schon 70 bis 80 Prozent aller Grundschüler ein Handy. Das ist nicht nur niederträchtig, sondern kann auch juristisch heikel werden.

Denn jeder hat ein Recht an seinem eigenen Bild. Dass man etwas dagegen tun kann, wenn man zusammenhält und Zivilcourage zeigt, soll das Stück vermitteln. Noch besser ist es, von vornherein Toleranz zu üben. Vorher sei das Konzept des Polizeiorchesters mehr ein „ergänzender Musikunterricht“ gewesen, wie es Krenz ausdrückt. Die Vorstellung der Instrumente vom Saxofon über die Tuba bis zum Horn bildet daher nur einen kleinen Teil.

Die musikalische Geschichte hat der Musikpädagoge und Komponist Thiemo Kraas speziell für das Polizeiorchester geschrieben. Dabei soll nicht der sozialpädagogische Zeigefinger erhoben, sondern die Schüler sollen nachdenklich gemacht werden. Beim Thema Gewalt ging es nicht nur ums Schubsen und Bein stellen. Oberkommissar Uwe Klußmann machte den Kindern klar, dass nicht nur jemand stark ist, der viele Muskeln hat, sondern auch der, der jeden Tag Regeln einhält – so wie sie in jedem Klassenzimmer an der Wand stehen.

Von Oliver Kühn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Digitales Daumenkino: So wächst das Parkhaus

Das Parkhaus in Lehrte wächst zusehends. Woche für Woche macht HAZ-Redakteur Achim Gückel ein Foto des Baus aus derselben Perspektive. Daraus entsteht ein digitales Daumenkino.