Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Unterschriften für einzigartige Kooperation

Lehrte Unterschriften für einzigartige Kooperation

Sechs Unterschriften haben am Mittwochvormittag eine in Niedersachsen bisher einzigartige Kooperation besiegelt: Die Leiter der fünf weiterführenden Schulen in Lehrte und der Chef des SV Yurdumspor vereinbarten darin die Zusammenarbeit in einem Alphabetisierungskursus für Flüchtlingskinder.

Voriger Artikel
Hans Ahrens gibt den Einzelkämpfer
Nächster Artikel
Unsichere Rechtslage: Wettbürosteuer vertagt

Lesen und Schreiben in der Kleingruppe: Lehramtsstudentin Kim-Laura Roland unterrichtet im neuen Alphabetisierungskursus.

Quelle: Katja Eggers

Lehrte. Den feierlichen Moment der Vertragsunterzeichnung hielt sogar ein Kamerateam des Norddeutschen Rundfunks (NDR) fest. "Das Alphabetisierungsprojekt ist niedersachsenweit einzigartig und erleichtert uns unsere Arbeit enorm", betonte Schulleiter Bernhard Mellentin von der IGS. Die IGS, das Gymnasium, die Berthold-Otto-Schule, Realschule und Hauptschule haben sich dafür zum Netzwerk Sprachlernklassen zusammengeschlossen

Ihr gemeinsame Projekt richtet sich an schulpflichtige Flüchtlingskinder, die nicht oder kaum lesen und schreiben können. In einem sechswöchigen Alphabetisierungskursus werden 16 Flüchtlingskindern zwischen zehn und 16 Jahren seit einer Wochen von Lehramtsstudentinnen der Universität Hildesheim nun die Grundlagen der deutschen Schriftsprache vermittelt. Die Kosten übernimmt der SV Yurdumspor. Dort können die Schüler zudem das Sportangebot nutzen.

"Die Arbeit im Alphabetisierungskursus ist enorm und hochkomplex", betonte Mellentin. Der Unterricht sei vor allem deshalb schwierig, weil die Schüler alle ein unterschiedliches Sprachniveau haben und kaum oder keine Schulerfahrung mitbringen. "Manche wissen nicht einmal, was eine Schule überhaupt ist", erklärte Mellentin.

Wenn die Schüler den Kursus abgeschlossen haben, könne man den Schwerpunkte im weiterführenden Unterricht auf den Spracherwerb legen. "Die Alphabetisierungskurse sind für uns daher eine enorme Entlastung", betonte Burkhard Kappe, Rektor der Hauptschule. Bisher wurden Flüchtlingskinder in Lehrtes weiterführenden Schulen in den herkömmlichen Sprachlernklassen betreut. Ihnen dort wirklich gerecht zu werden, sei jedoch sehr schwierig gewesen. "In den Alphabetisierungsgruppen können die Schüler jetzt in Kleingruppen individueller und in ihrem jeweiligen Tempo betreut werden", sagte Linda Baranek, Lehrerin in der Sprachlernklasse am Gymnasium.

Das Projekt ist auf sechs Wochen ausgerichtet. Yurdumspor finanziert  das Lehrmaterial sowie die Bezahlung der Studentinnen und stellt dafür rund 5400 Euro aus Drittmitteln zur Verfügung. Ob die Kurse fortgesetzt werden, ist jedoch ungewiss. "Wir wollen natürlich weitermachen und hoffen zudem, dass unser Projekt Nachahmer findet", sagte IGS-Lehrer Helge Kletti vom Netzwerk.

doc6r69kyoj67r4ipkh39a

Während die Schulleiter Judith Seehausen von der Berthold-Otto-Schule (von links), Bernhard Mellentin von der IGS, Markus Böhm von der Realschule, Burkhard Kappe von der Hauptschule und Silke Brandes vom Gymnasium sowie Yurdumspor-Chef Yetiş Özdemir (Dritter von links) den Kooperationsvertrag unterzeichnen, dreht der NDR.

Quelle: Katja Eggers

Von Katja Eggers

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Digitales Daumenkino: So wächst das Parkhaus

Das Parkhaus in Lehrte wächst zusehends. Woche für Woche macht HAZ-Redakteur Achim Gückel ein Foto des Baus aus derselben Perspektive. Daraus entsteht ein digitales Daumenkino.