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Wer kümmert sich um die Lok?

Lehrte Wer kümmert sich um die Lok?

Sie ist ein großartiges Symbol für die Eisenbahnerstadt Lehrte. Doch jetzt gibt es niemanden mehr, der sich um die historische Dampflok an der Bahnhofstraße kümmert. Der letzte ehrenamtliche Helfer hat sein Amt niedergelegt - auch aus Verärgerung über die häufigen Zerstörungen und Verschmutzungen.

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Knapp 23 Meter lang und 73 Jahre alt: Die Dampflok ist ein Geschenk an die Stadt. Wer sich künftig um sie kümmert, ist jedoch unklar.

Quelle: Achim Gückel

Lehrte. Das knapp 23 Meter lange Dampfross, Baujahr 1942, hat schon allerhand über sich ergehen lassen müssen. Immer wieder ist es in den vergangenen Jahren zum Ziel von blinder Zerstörungswut geworden, immer wieder wurde es beschmiert und unter anderem mit Kot verunreinigt. Zwei ehrenamtliche Helfer, Wilfried Peters und Manfred Göbert, kümmerten sich jahrelang liebevoll um die Lok. Sie reparierten, säuberten, pflegten. Peters besorgte seinerzeit sogar Ersatzteile aus einem der letzten noch existierenden Ausbesserungswerke für Dampflokomotiven im thüringischen Meiningen.

Doch Peters, einst Lokführer von Beruf, ist mittlerweile verstorben - und Göbert hat nun der Stadt mitgeteilt, dass er die Verantwortung für die Lok nicht mehr allein tragen wolle. Nun stehen die Verantwortlichen im Rathaus vor einem dicken Problem. Denn die Pflicht, die Lokomotive instand zu halten, liegt bei der Stadt. Das wurde einst in einem Schenkungsvertrag so festgehalten.

Die Dampflok kam im Jahr 2002 von Rügen nach Lehrte - und zwar im Tausch für eine Kleinspurlok. Diese wiederum hatte die Familie Nieschlag zum 150-jährigen Bestehen ihrer Ratsapotheke gestiftet.

Die Dampflok in Schuss zu halten sei in den vergangenen Jahren mehr und mehr zu einem „Kampf gegen Windmühlen“ geworden, meint Eckhard Otto, Leiter des Fachdienstes für Schule, Sport und Kultur bei der Stadt. Die Stadt müsse jetzt zu ihrer Verpflichtung stehen, wisse aber auch noch nicht so recht, wie die Pflege der Lok zu erledigen wäre. „Optimal wäre es, wenn wir jemanden finden würden, der sich kümmert und auch etwas von der Technik der Lokomotive versteht“, sagt Otto.

In Lehrte gebe es sicherlich einige alte Eisenbahner, die diese Voraussetzungen erfüllen. Ein erster Vorstoß beim Modelleisenbahnerverein sei jedoch gescheitert, sagte Otto jetzt im Kulturausschuss. Dort traue sich niemand zu, die anspruchsvolle Aufgabe zu erledigen.

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