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Wildschweine gefährden Straßenverkehr

Lehrte Wildschweine gefährden Straßenverkehr

Die immer größer werdende Anzahl von Wildschweinen wird eine zunehmende Gefahr für Autofahrer. Die Westtangente und die Kreisstraße von Ahlten nach Kolshorn sind Schwerpunkte für Wildunfälle. Doch eine Bejagung der Tiere ist schwierig.

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ARCHIV - Ein Wildschwein, aufgenommen am 04.05.2013 in einem Wildpark in Rheinland-Pfalz. Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Höfken (Grüne) hat vor dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest gewarnt. Die Tierseuche kann Haus- und Wildschweine befallen. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa (zu dpa/lrs "Höfken warnt vor afrikanischer Schweinepest" vom 16.07.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Quelle: Fredrik Von Erichsen

Lehrte. Mindestens vier Unfälle mit Wildschweinen und Rehen hat es allein zwischen Weihnachten und Neujahr auf der Westtangente zwischen Autobahnabfahrt und der Landesstraße nach Ahlten gegeben. Nach Angaben der Polizei wurden dabei jedoch keine Menschen verletzt.

Jagdpächter Berthold Jöhrens aus Ahlten bestätigt, dass es an der besagten Straße auch schon vorher oft zu Kollisionen zwischen Tier und Auto gekommen ist. Neben der Straße von Ahlten nach Kolshorn sei das ein Schwerpunkt der Wildunfälle im Stadtgebiet. Vom Blauen See aus liefen Wildschweine sogar zwischen den Hallen des Gewerbegebiets hindurch zu den Kleingärten der Kolonie Dornröschen, berichtet Jöhrens.

Auch Hartmut Scholz, Leiter des Hegerings Das Große Freie, hat im Umfeld des dortigen Bogenschießstandes schon häufig Wildschweine beobachtet. „Die haben sich stark vermehrt“, sagt er. Man habe dort im vergangenen Jahr eine Rotte von 50 bis 60 Sauen gezählt, die von den nahen Maisfeldern für die Biogasanlage angezogen wurden. Wenn man die Tiere nicht bejage, könne man im nächsten Jahr mit bis zu 220 Sauen rechnen. „Das ist nicht verträglich, denn die Tiere richten großen Schaden an“, verdeutlicht Scholz. Bei zu vielen Tieren bestehe zudem die Gefahr, dass die afrikanische Schweinepest ausbricht. Diese sei derzeit bereits in Polen zu beobachten.

Eine Bejagung der Wildschweine sei in diesem Bereich wegen der Straßen und der an ihnen gelegenen Betriebe sehr schwierig. In der vergangenen Woche haben es mehrere Jäger bei einer Treibjagd dennoch versucht. Sie konnten aber nur zwei Sauen und vier Rehe erlegen. In der Nacht zu gestern haben Scholz und andere Jäger am Rande der südlichen Kernstadt im Bereich der ehemaligen Tonkuhle an der Langen Straße zwei Sauen geschossen. „Die Tiere rücken immer weiter an die Städte heran und verlieren ihre Scheu“, hat der Hegeringleiter beobachtet. Zum Glück habe es geschneit und es herrsche Vollmond - dann sind die Tiere bei einer Nachtjagd besser zu sehen.

Ob man der Unfallgefahr mit Schildern oder Zäunen begegnen könnte, darüber gehen die Meinungen auch unter den Jägern auseinander. Während Hegeringleiter Scholz meint, „die gesamte Westtangente hätte von Anfang an eingezäunt werden müssen“, hält Jöhrens davon wenig. „Wildschweine drücken die Zäune hoch, wenn diese keinen festen Betonsockel haben“, sagt er: „Und Warnschilder beachtet sowieso niemand.“

von Thomas Böger und Oliver Kühn

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