Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Podiumsdiskussion: Besucher kommen zum Schluss zu Wort

Lehrte Podiumsdiskussion: Besucher kommen zum Schluss zu Wort

Aktuelle politische Fragen etwa zur Rolle Deutschlands in der Welt haben die Moderatoren den vier Bundestagskandidaten von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen und der Linken in einer Podiumsdiskussion im Antikriegshaus gestellt. Die Besucher kamen zum Schluss kurz zu Wort.

Voriger Artikel
Beim Umzug gibt's Bonbons und Böllerschüsse
Nächster Artikel
Chöre singen sich durch 500 Jahre Musikgeschichte

Die Bundestagskandidaten Jessica Kaußen (von links), Matthias Miersch, Maria Flachsbarth und Roland Panter gehen im Antikriegshaus auch auf die Fragen der Besucher ein.

Quelle: Patricia Oswald-Kipper

Sievershausen. Eine Podiumsdiskussion, die auf Bürgerbeteiligung setzt, war die Veranstaltung im Antikriegshaus in Sievershausen am Freitag nicht. Die Moderatoren Lutz Krügener Referent für Friedensfragen der evangelisch-lutherischen landeskirche Hannover und Antikriegshaus-Chef Elvin Hülser beschäftigten sich zunächst mit ihren eigenen Fragen zu Sicherheit und Frieden in der Welt und der Rolle Deutschlands dabei.

Auf dem Podium saßen die Bundestagskandidaten für den Wahlkreis 47  - Matthias Miersch (SPD), Maria Flachsbarth (CDU), Roland Panter (Bündnis 90/Die Grünen) und Jessica Kaußen (Die Linken).

Bei den Antworten wurden die unterschiedlichen politischen Ansichten deutlich. So lehnte der Grünen-Kandidat Roland Panter etwa kriegerische Handlungen generell ab. "Wir wollen, dass Konflikte über andere Wege gelöst werden". Er sprach sich auch dagegen aus, "unser System anderen überzustülpen". Und verglich die unterschiedlichen Kulturen mit den verschiedenen Computersystemen: "Vielleicht muss man akzeptieren, dass es verschiedene Betriebssysteme gibt und uns darauf konzentrieren, die Schnittstellen zu organisieren". 

Die Bundestagsabgeordnete Maria Flachsbarth (CDU) wiederum betonte, dass manchmal kriegerische Handlungen notwendig seien, um eine Region überhaupt erst einmal zu befrieden und empfänglich für humanitäre Maßnahmen zu machen. "Deutschland muss dazu auch einen Beitrag leisten", sagte Flachsbarth etwa im Hinblick auf Afghanistan. Solange dort Menschenrechte wie Frauenrechte mit Füßen getreten würden, seien Einsätze beziehungsweise friedens- und strukturstärkende Maßnahmen etwa durch die Bundeswehr erforderlich.

Matthias Miersch (SPD) versteht Deutschlands Verantwortung "im guten Sinne - nicht im Eskalationssinne". Die Außenpolitik sei in den vergangenen Jahren allerdings nicht "so visionär gestaltet worden, wie ich das gewünscht hätte", so der Bundestagsabgeordnete. Dabei sei zu wenig Ursachenforschung betrieben worden. Miersch betonte, dass es auch erfolgreiche Konfliktlösungen von deutscher Seite gegeben habe - etwa durch Frank Walter Steinmeier im Iran. Die derzeitige Aufrüstungslogik müsse aber durchbrochen werden. "Ich bin dafür, dass man die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik europäisch formulieren muss", sagte er.

Linken-Kandidatin Jessica Kaußen sprach sich gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr und gegen Waffentransporte aus. Dagegen forderte sie, in Deutschland stärker "eine Erinnerungskultur zu pflegen". Sie nannte die Rüstungsexporte nach Saudi Arabien einen "Skandal". Dabei gehe es nur um die Stärkung der eigenen Volkswirtschaft.

Das Publikum bekam nach mehr als anderthalb Stunden erstmals die Gelegenheit Fragen an die Kandidaten zu stellen. "Das Parlament ist ein Abbild der Gesellschaft", erklärte Matthias Miersch etwa im Hinblick die Frage einer Besucherin zum Thema Afrika. Noch vor Jahren seien darüber große Debatten auch innerhalb der Kirchen geführt worden. Ähnlich sei es mit dem Klimawandel. Viele Dinge könne man aber selbst steuern, warb Miersch - etwa mit seinem Konsumverhalten. Flachsbarth stimmte dem zu und ergänzte, dass die Entwicklungshilfe gut aufgestellt sei. Man könne Afrika aber nicht pauschal mit Deutschland vergleichen. "Wir können in Afrika keine gerechten Verhältnisse herstellen", meinte sie.

doc6wff4zyp92x154kakov

Das Interesse an der Veranstaltung ist groß. Die Plätze im Antikriegshaus sind voll belegt.

Quelle: Patricia Oswald-Kipper
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Von Redakteur Patricia Oswald-Kipper

doc6xgyhvdjvaq7wcuphh6
Stück über den Leidensweg von KZ-Häftlingen

Fotostrecke Lehrte: Stück über den Leidensweg von KZ-Häftlingen