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Zugverkehr – Ortsräte fordern mehr Druck auf Bahn

Aligse/Steinwedel/Ahlten Zugverkehr – Ortsräte fordern mehr Druck auf Bahn

Die Ortsräte aus Aligse, Steinwedel und Ahlten haben der Stellungnahme der Stadt zum Dialogforum Schiene Nord einhellig zugestimmt. Wegen der prognostizierten Verdoppelung des Güterverkehrs wird ein Lärmschutz für die betroffenen Bahnstrecken gefordert – doch ohne politischen Druck sind die Aussichten schlecht.

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Weil sich der S-Bahn-Verkehr zwischen Celle und Lehrte sowieLehrte und Ahlten demnächst verdoppeln wird, fordern die Ortsräte aus Aligse, Steinwedel und Ahlten einen Tunnel sowie einen Lärmschutz.

Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Aligse/Steinwedel/Ahlten. Besonders erfreut ist Frank Seger, Ortsbürgermeister von Aligse-Kolshorn-Röddensen. „Dass die Stadt unseren Beschluss übernommen hat, ist ein Musterbeispiel für gute Zusammenarbeit.“ Der Ortsrat hatte schon im Dezember einen Tunnel für den Bahnübergang in Aligse gefordert, weil der Verkehr sonst ständig vor verschlossenen Schranken stünde.

Denn laut Prognose wird sich der Zugverkehr auf der Strecke Celle-Lehrte und Lehrte-Ahlten von derzeit 100 Güterzügen pro Tag verdoppeln. Ein Tunnel sowie Lärmschutz für die Anwohner seien aber von der Bahn zu bezahlen. Doch da liegt der Knackpunkt. Denn derzeit gibt es keine gesetzliche Grundlage für diese Forderungen. „Wir müssen über unsere Bundestagsabgeordneten Druck auf das Ministerium ausüben“, sagt Seger. „Es wäre ein Unding, wenn die Bahn über die Köpfe der Betroffenen hinweg entscheiden könnte.“

Genauso sieht dies der Ortsrat Steinwedel. „Eine Tunnellösung in Aligse ist unabdingbar, damit nicht die Verbindung zwischen den Ortsteilen Aligse und Steinwedel mit der gemeinsamen S-Bahn-Station gekappt wird“, sagt Ortsbürgermeister Jens Utermann. Es gebe eine gemeinsame Grundschule, in dem einen Ort einen Dorfladen und Fleischer, im anderen einen Bäcker. Auch im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) würde die Infrastruktur beider Orte gemeinsam betrachtet.

Eine Bahnbrücke wie in Burgdorf könne er sich wegen des riesigen Bauwerks nicht vorstellen. Der Tunnel müsse aber breit genug sein und außer Autos auch Platz für „nicht autogebundene Mobilität“ wie etwa E-Bikes schaffen.

Ebenso wie der Ortsrat Aligse es fordert, müsse die Bahn für alle Veränderungen aufkommen. Derzeit sieht das Gesetz eine 30-prozentige Beteiligung der Kommunen vor - auch wenn sie auf die Planungen keinen Einfluss haben oder sie sogar ablehnen. Wenn es konkret werde, hoffe er, dass sich eine Bürgerinitiative gründe, die der Ortsrat unterstützen würde.

Auch Ahltens Ortsbürgermeister Jürgen Kelich fordert, die Bahn beim Lärmschutz in die Pflicht zu nehmen. „Da müssen wir über die Bundespolitik Druck ausüben, schließlich kommt ja auch noch der Megahub.“

Die Stellungnahme der Stadt wird heute im Bauausschuss (17 Uhr, Rathaus) öffentlich diskutiert.

von Oliver Kühn

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