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Adel Amor bekommt CDU-Bürgerpreis

Neustadt Adel Amor bekommt CDU-Bürgerpreis

Sein breites Lächeln ist sein Markenzeichen, er hat ein sonniges Gemüt und er hilft gern anderen Menschen: Der in Hagen heimische Deutschtunesier Adel Amor ist für seinen ehrenamtlichen Einsatz in der Flüchtlingshilfe mit dem 23. Bürgerpreis des CDU-Stadtverbandes ausgezeichnet worden.

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Björn Niemeyer (links) und Maria Flachsbarth überreichen den CDU-Bürgerpreis an Adel Amor

Quelle: Benjamin Gleue

Otternhagen. Neben seinem Beruf als Fahrkartenkontrolleur ist Amor nahezu täglich auch als ehrenamtlicher Arabisch-Übersetzer im Einsatz. Er unterstützt Neuankömmlinge nicht nur bei Behördengängen oder Arztbesuchen, er war als Dolmetscher auch schon im Kreissaal im Einsatz. "Ich stand sechs Stunden hinter einem Vorhang und habe übersetzt, was Arzt, Hebamme und die werdende Mutter gesagt haben. Das werde ich nie vergessen", erzählte er.

So sehr sich Amor über die Verleihung des Bürgerpreises im Otternhagener Gasthaus Perl auch freute, am liebsten hätte er die Auszeichnung gleich weitergereicht – an seine Ehefrau Antje. "Hinter jedem großen Mann steht eine starke Frau", sagte der fast zwei Meter hoch gewachsene Hagener. "Ich bin manchmal 18 Stunden am Tag unterwegs, jede andere Frau hätte längst die Scheidung eingereicht."

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Maria Flachsbarth würdigte das Engagement des 50-Jährigen in ihrer Laudatio und sagte: "Als Dolmetscher stehen Sie für klare Worte und vermitteln zugleich klare Werte."

Freude herrscht derweil auch bei einer Gruppe Neustädter Skateboarder, die den Jugendpreis erhalten hat. Sie hatten für die Neugestaltung der Skateranlagen an der KGS 6000 Euro gesammelt und beim Bau selbst fleißig angepackt. Doch damit nicht genug, sie haben noch weitere, ehrgeizige Ziele. "Wir ernten in der Öffentlichkeit auch schon mal einen bösen Blick und kämpfen täglich um Anerkennung", sagte Maximilian Kaup, der gemeinsam mit anderen Rollbrett-Fans zwischen 12 und 34 Jahren regelmäßig an der KGS aktiv ist. "Skaten ist immer noch ein Verbrechen, aber ein gesellschaftsfähiges."

Ideal für ihren Sport geeignet sei auch die Rampe am Neustädter Bahnhof. "Eine Duldung auf eigene Gefahr wäre dort eine super Sache. Wir sorgen ja sogar für Sauberkeit", meint Tobias Bogan.

"Es gibt zu wenig Deutschkurse"

Adel Amor (50) ist mit Bürgerpreis des CDU-Stadtverbandes ausgezeichnet worden. Unser Mitarbeiter Benjamin Gleue sprach mit ihm über sein Engagement in der Flüchtlingshilfe:

Herr Amor, wie kann gute Integration gelingen?

Ich rate den Menschen immer, sich in den örtlichen Vereinen zu betätigen. Sport ist zum Beispiel eine gute Möglichkeit, neue Freunde zu finden. Ich kenne auch viele Flüchtlinge, die sich in der Feuerwehr engagieren wollen. Ohne ausreichende Deutschkenntnisse geht das aber leider nicht.

Woran mangelt es in der Flüchtlingshilfe Ihrer Meinung denn am häufigsten?

Die Menschen wollen die Sprache lernen, es gibt aber leider viel zu wenig Deutschkurse. Ich persönlich würde mich über mehr arabisch sprechende Helfer freuen. Momentan bin ich in Neustadt der einzige ehrenamtliche Arabisch-Dolmetscher.

Gibt es eigentlich etwas, was Sie den Neuankömmlingen gern als erstes mit auf den Weg geben?

Ja. Jeder muss wissen, dass Frauen und Männer in Deutschland gleichgestellt sind. Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel steht ja sogar eine Frau an der Spitze des Staates – das Beispiel verstehen alle.

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Von Benjamin Gleue

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