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Ärztemangel wird wieder akut

Neustadt Ärztemangel wird wieder akut

Schlechte Zeiten für Kassenpatienten: Binnen weniger Wochen hat die Stadt zwei Hausarztpraxen verloren. „Da zeichnet sich eine katastrophale Entwicklung ab, vor allem für chronisch Kranke“, sagt Jürgen Schart. Kaum einer der übrigen Allgemeinmediziner in der Kernstadt nehme noch Patienten auf, sagt der Vorsitzende der Senioren Union.

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Die Region teilt mit, dass die Situation vor Ort kein erhöhtes Infektionsrisiko darstellt.

Quelle: Symbolbild

Neustadt. Mit Bestürzung haben Patienten und Kollegen dieser Tage vom plötzlichen Tod des Allgemeinmediziners Jörg Dieckmann erfahren, der erst im vergangenen Frühjahr die Praxis Ehlers übernommen hatte. Seine Kollegin Renate Neumann-Grieme hatte erst vor einigen Wochen ihre Kassenzulassung abgegeben.

„Wir arbeiten alle am Limit“, meint Thomas Perau, Hausarzt in Eilvese und Sprecher des Neustädter Ärztevereins. Auch in Mandelsloh sei kürzlich ein Kollege in den Ruhestand gewechselt, ohne dass Nachfolge in Sicht sei.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KVN) versuche ihr Möglichstes, um neue Ärzte nach Neustadt zu holen, erklärt Bernhard Sprecker, Geschäftsführer in Hannover. Möglicher Anreiz: „Wir bleiben dabei, hier eine Umsatzgarantie für neue Niederlassungen zu übernehmen.“ Es sei nicht die erste Krise in der Neustädter Ärztelandschaft, sagt Sprecker. Auch sei Neustadt nicht die einzige Stadt mit Ärztemangel. „Sonst sind aber vielfach strukturschwächere Regionen betroffen - Neustadt hat infrastrukturell ja noch eine Menge zu bieten.“ Allerdings sei es seit einiger Zeit generell schwierig, junge Ärzte zu motivieren, sich auf das wirtschaftliche Risiko der Selbstständigkeit einzulassen.

Auch die Stadtverwaltung ist alarmiert: Man stehe im Kontakt mit der KVN, sagt Bürgermeister Uwe Sternbeck. Das Thema werde auch im nächsten Gesundheitsforum der Region am 2. März aufgegriffen. Auch Seniorenvertreter Schart will mobil machen: Er hat bereits den Seniorenbeirat und den CDU-Landtagsabgeordneten Sebastian Lechner informiert.

Ob es hilft? „Es gab schon vor ein paar Jahren viel Wirbel“, sagt Allgemeinmediziner Andreas Bieck resigniert. „Dabei ist außer Lippenbekenntnissen nichts passiert.“ Der Hausarztberuf habe wegen politischer Vorgaben seit einigen Jahren deutlich an Attraktivität verloren.

Von Kathrin Götze

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