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Als Neustadt auf die Barrikaden ging

Neustadt Als Neustadt auf die Barrikaden ging

Widerstand und Protest in Neustadt: Heimatforscher blicken im Historischen Salon zurück auf Anfänge und Entwicklung von Alternativkulturen, die sie zum Teil selbst mit geprägt haben.

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Die Mitglieder der Wunstorfer Band waren auch im Vorstand der Jugendsozialisten aktiv und wollten ursprünglich im Schloss spielen. Da das abgelehnt wurde, sind sie auf das Freibad umgestiegen. Sie legten damit den Grundstein für das heutige "Rock im Schloss".

Quelle: Archiv Region Hannover

Neustadt. Gesperrte Straßen, besetzte Häuser und illegale Konzerte. Die Protestbewegungen haben im letzten Jahrhundert große Wellen geschlagen - auch in Neustadt. So versperrte 1983 eine Frauenkette die Leinstraße. "Mit starkem Zusammenhalt und einer lauten Stimme haben sich die Frauen Gehör verschafft und damit den Grundstein für die Autonome Frauengruppe gelegt, die es auch heute noch gibt", berichtet der Historiker Hans-Heinrich Bückmann.

Oder etwa die große Demonstration 1986 gegen Pläne, an der Bundesstraße 6 eine Giftmülldeponie anzulegen. Hunderte Demonstranten versammelten sich in Höhe des Parkplatzes Dammkrug, und blockierten die Bundesstraße für mehrere Stunden komplett.

Während der landesweiten Proteste gegen die Verschärfung der Abiturbedingungen in 1987, hätten besonders die Schüler in Neustadt für Aufruhr gesorgt, wie Bückmann berichtet. Sie organisierten etliche Proteste, verteilten Flugblätter gegen die Reform der Oberstufe. Die größe Versammlung mit Ansprachen gab es auf dem Kirchplatz in Neustadt. Schließlich erwirkten die Schüler mit ihren Protesten den Rücktritt des damaligen Kultusministers und die Aussetzung der Reform. 

Mittlerweile sind Straßendemonstrationen ziemlich selten geworden. Aber etwas ist geblieben aus der wilden Zeit des Protestes. Die Veranstaltung "Rock im Schloss" etwa sei aus einem illegalen Protestkonzert von Neustädter Jungsozialisten entstanden, das seinerzeit übrigens nicht im Schlosshof stattfinden durfte und ins Freibad verlegt werden musste, berichtet Bückmann.

Gemeinsam mit Hubert Brieden will Bückmann am Donnerstag, 4. Mai, um 19 Uhr im Ratskeller, Marktstraße 4, auf die wilden Zeiten in Neustadt zurückblicken. Wer dabei sein will und vielleicht eigene Erinnerungen oder gar Bilder beizusteuern hat, ist eingeladen.

Die Geschichtswerkstatt Neustadt startet mit dieser Veranstaltung ein neues Forschungsprojekt. Sie will der Wandel Neustadts zu einer multikulturellen und offenen Stadt dokumentieren. Damit knüpfe man an die Arbeit der letzten sechs Jahre zur Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in der Nachkriegszeit an, sagt Bückmann.

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Von Leonie Frank

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