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Antonia Rados bei MIT zu Gast

Neustadt Antonia Rados bei MIT zu Gast

Journalistin Antonia Rados ist ausgewiesene Expertin für den Nahen Osten und wie kaum eine andere in der Lage, über Ursachen der Flüchtlingskrise zu sprechen – das tat sie auch am Donnerstag vor der Mittelstandsvereinigung MIT in Neustadt. 

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Antonia Rados referiert über die historischen Ursachen der Flüchtlingskrise.

Quelle: Susanne Doepke

Neustadt. „Dass das Thema so ins Schwarze trifft, haben wir uns bei der Planung im Sommer nicht ausgemalt“, sagte der MIT-Vorsitzende Peter Gerhold. 

Entsprechend groß war das Publikumsinteresse bei der Veranstaltung des CDU-nahen Unternehmerkreises: „Eine Menge Leute sind ohne Anmeldung gekommen, das hat zu Irritationen geführt. Wir haben dann alle eingelassen“, sagte Gerhold. Rados zeigte in ihrem Vortrag Faktoren auf, die zur heutigen Situation in der gesamten Nahost- Region geführt haben. Seit Vernichtung der arabischen Hochkultur durch die Mongolen im 13. Jahrhundert herrsche weitgehender Stillstand, die Gesellschaften entwickelten sich nicht. Auch die Demografie spiele eine Rolle: Rund zwei Drittel der Bevölkerung der arabischen Welt seien unter 30 Jahre alt, Länder würden aber von alten Männern regiert.

Das Handy habe bei jungen Arabern einen Siegeszug angetreten, beschrieb Rados. In Ländern, in denen es bei der Stromversorgung haperte, seien plötzlich über Handys und Satelliten-TV Nachrichten frei zugänglich und leicht zu verbreiten. „Ohne Handy hätte es die Aufstände in vielen Ländern nicht gegeben“, analysierte die Journalistin, die Folge seien bekannt. Der Grund, warum viele junge Männer aus Syrien kämen, sei die Angst vor Zwangsrekrutierungen der Armee. Insgesamt bluteten die Länder aus, weil ihre Elite flüchte. Auf die Publikumsfrage, wie denn die Integration gelingen könnte, scherzte Rados: „Ich werde ihre Frage an Frau Merkel weitergeben!“

Zur Person: Antonia Rados

Die Journalistin Antonia Rados hat sich vor allem einen Namen als Kriegs- und Krisenreporterin gemacht und hat zahlreiche Preise gewonnen. Für ihre Liveberichte über den Irak-Krieg aus Bagdad hat sie 2003 den „Deutschen Fernsehpreis“ erhalten, den Preis „Romy“ für ihre Fernsehdokumentation „Unser Freund Saddam“. Die 62-Jährige gilt als Kennerin des Nahen Ostes und berichtet als Chefreporterin des Senders RTL immer wieder aus der Region. „Ich interviewe alle, vom Bettler bis zum Präsidenten“, sagt Rados, „so unter anderem 2011 auch den damaligen libyschen Staatschef Ghaddafi.“ Die promovierte Politologin stammt aus Klagenfurt in Österreich und lebt in Frankreich.

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