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Grabung weist auf Burg der Grafen von Wölpe

Neustadt Grabung weist auf Burg der Grafen von Wölpe

Für Bezirksarchäologin Ute Bartelt ist es eine mittlere Sensation: Mit einer Testgrabung am Westflügel von Schloss Landestrost hatten sie und ihre Kollegen nach einer weiteren Kasematte aus der frühen Neuzeit gesucht. Stattdessen fanden sie einen Burghügel aus dem 13. Jahrhundert.

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Archäologische Funde am Westflügel von Schloss Landestrost weisen auf den Standort der Burg der Grafen von Wölpe nordwestlich der Schlossanlage hin. Archäologin Ute Bartelt (von links) zeigt Anja Römisch und Heinrich Jagau von der Stiftung Kulturregion und Gertrud Hagena von der städtischen Denkmalpflege, wo der Wehrturm der Grafen von Wölpe gestanden haben mag.

Quelle: Kathrin Götze

Neustadt. Archäologin Bartelt schließt aus Grabung und Funden, es handle sich wahrscheinlich um den Hügel zur Burg der Grafen von Wölpe, der ersten Burg, die an diesem Ort stand und in einer Urkunde aus den Jahren 1221 bis 1231 erwähnt ist. Dort ist von einem neuen Haus der Grafen von Wölpe die Rede, "de nova domo". Wahrscheinlich sei es eine zeittypische Turmhügelburg gewesen.

Noch heute ist an der Rückwand von Stadtbibliothek und Katharinensaal der Gipfel des Hügels zu erkennen. Die Archäologin geht davon aus, dass an dieser Stelle nur eine hözerne Wehranlage mit Turm stand, die so genannte Vorburg mit Wirtschafts- und Wohngebäuden lag demnach dort, wo heute das Schloss Landestrost steht. In einem Buch von 1996 habe der Bauhistoriker Burkhard Rühling die Burgstelle noch weiter nördlich vermutet, etwa am Standort des Amtsgerichts.

Bernhard II. von Wölpe (1176 - 1221) gilt als Gründer der Stadt Neustadt und des Klosters Mariensee. Anfang des 13. Jahrhunderts verlegten die Grafen ihren Sitz von Wölpe nach Neustadt, ließen Liebfrauenkirche und Wassermühle errichten und bauten sich ihre Burg. Auf eine Urkunde, mit der die Grafen die Mühle 1215 an das Kloster Mariensee überschrieben, ging das Jubiläumsfest 800 Jahre Neustadt zurück, ebenso wie etliche weitere Dorfjubiläen. Die Linie der Adelsgeschlechts von Wölpe erlosch um 1310, die Grafschaft fiel an die Welfen. Auch sie behielten den landesherrlichen Sitz bei und bauten ihn weiter aus. Ihre Burg brannte 1563 zum Großteil ab - an deren Stelle ließ Herzog Erich II. dann 1573 bis 84 sein Schloss Landestrost errichten.

Auf den alten Burghügel soll in Zukunft deutlich hingewiesen werden. Regionspräsident Hauke Jagau sagte für die Stiftung Kulturregion, heute Eigentümerin des Schlosses, man werde den Ort würdigen und mit einer Infotafel seine Bedeutung hervorheben.

Anlass für die Untersuchung sind Pläne, den Westflügel des Schlosses zu erneuern. Der Gebäudetrakt, in dem heute die Stadtbibliothek untergebracht ist, ist marode. Konkrete Baupläne gebe es aber noch nicht, sagte Jagau.

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