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Toter aus der Leine: Es war ein Verbrechen

Neustadt Toter aus der Leine: Es war ein Verbrechen

Im Falle des unbekannten Toten, der am Mittwoch bei Bordenau aus der Leine geborgen wurde, geht die Polizei nach der Obduktion von einem Verbrechen aus. Dem Leichnam fehlt der Kopf, und vieles deutet darauf hin, dass er gewaltsam abgetrennt wurde.

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Kopfloser lag bereits mehrere Wochen im Wasser

Nach der Bergung holt die Feuerwehr Bordenau ihr Boot an der Leinebrücke aus dem Wasser.

Quelle: Kathrin Götze

Bordenau. Die Polizei hat nun eine Mordkommission "Leine" eingerichtet. Zunächst geht es den Beamten darum, den Toten zu identifizieren, der den Untersuchungen zufolge mehrere Wochen im Wasser lag. Er müsse etwa 1,80 bis 1,90 Meter groß gewesen sein, von kräftiger Statur und etwa 100 bis 110 Kilogramm schwer, heißt es.

Bekleidet war er mit einem roten Poloshirt von C&A, einer schwarzen Hose von Tchibo mit Seitentaschen, gestreiften Boxershorts und schwarzen Herrenhalbschuhen der Marke Rieker, Größe 43, mit orthopädischen Einlagen. Der Kriminaldauerdienst hofft auf Zeugenhinweise unter Telefon (05 11) 1 09 55 55.

Am Mittwochnachmittag hatte ein Kanufahrer den leblosen Torso inmitten von Treibgut entdeckt und die Polizei alarmiert. Einer der ersten vor Ort war Dirk Herrmann, der als stellvertretender Ortsbrandmeister der Feuerwehr Bordenau den Einsatz leitete und die fast dreistündige Bergungsaktion koordinierte.

20 Einsatzkräfte aus Bordenau und Neustadt waren mit zwei Booten daran beteiligt. Zwar kommt es häufiger vor, dass die Feuerwehr an der Leine bei Bordenau zu Bergungsaktionen gerufen wird, an einen derart grausigen Fund kann sich Herrmann aber nicht erinnern. Zuletzt war 2010 eine Leiche aus der Leine geborgen worden.

„Im Leinebogen verhakt sich oft Treibgut. Wir haben auch schon mal ein totes Schaf und eine tote Kuh aus dem Wasser geborgen“, sagt Herrmann und ergänzt: „Der Anblick so einer kopflosen Leiche ist aber echt heftig.“ Wie der Einsatzleiter berichtet, haben selbst die erfahrensten Feuerwehrmänner mächtig schlucken müssen, als sie die Wasserleiche sahen.

Eine Betreuung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte durch die der Notfall-Seelsorge sei aber zunächst nicht nötig gewesen, sagte Herrmann. „Die Kameraden sprechen untereinander über das Erlebte, das hilft ungemein“, sagte er. „Jeder weiß aber auch, dass er sich jederzeit an die Seelsorge wenden kann. Das ist ganz wichtig.“

Von Kathrin Götze

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