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Forscher legen Hünengrab frei

Borstel Forscher legen Hünengrab frei

Eine Gruppe Studenten der Uni Hamburg ist unter der Leitung von Professorin Britta Ramminger in dem Waldstück zwischen Borstel und Linsburg auf der Suche nach Spuren aus der Jungsteinzeit.

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Die Studentinnen Jasmine Kraus und Antje Loka helfen bei der Freilegung der Steine.

Quelle: Susanne Döpke

Neustadt. Sorgfältig siebt Sonja Beckmann Erdaushub aus einer archäologischen Grabung im Grinderwald aus. An der Stelle, die in der Borsteler Dorfchronik auch als „An den fünf Steinen“ bekannt ist, befindet sich ein Großsteingrab aus der Jungsteinzeit. Megalithgrab heißt das Grab, das im Volksmund als Hünengrab bekannt ist.

Wichtigste Funde sind bisher eine Speerspitze, Keramikteile und Kohlestücke, die Ramminger auf 3500 vor Christus schätzt. Für deren genauere Untersuchung und Altersbestimmung sucht Nienburgs Kommunalarchäologe Jens Berthold noch einen Sponsor. „Die Kosten liegen bei etwa 400 Euro“, sagt Berthold, der unter (0 57 22) 95 66 15 zu erreichen ist. Die Grabung hatte der Nienburger Baudezernent Thomas Schwarz angeschoben, der in Borstel wohnt.

Die Professorin und ihr Team haben etwa 60 Quadratmeter rund um die großen Steine freigelegt. „Mit Funden menschlicher Überreste war nicht zu rechnen, weil die in dem sauren Boden nicht erhalten bleiben“, sagt Ramminger. Dafür achten sie und ihr Team zum Beispiel auf Bodenverfärbungen, die dem Laien gar nicht auffallen würden. So hat Student Thorsten Becker ein Stück Erde senkrecht wie ein Tortenstück abgetragen, weil darauf helle, kreisförmige Flecke zu sehen sind, die er mit der Kamera dokumentiert. „Wir sind uns relativ sicher, dass es sich um einen Grabhügel handelt“, sagt die Professorin. Sie bedauert, dass die Stätte nicht unbeschädigt ist: Mindestens einer der Steine wurde in den 1930er Jahren entnommen und dient nun als Kriegerdenkmal in Linsburg.

Von Susanne Döpke

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