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Ein Dorf geht volles Risiko

Büren Ein Dorf geht volles Risiko

Wenn das kein Zusammenhalt ist: Um die erste urkundliche Erwähnung ihres Dorfes vor 800 Jahren feiern zu können, haben 296 Bürener 20 000 Euro zusammengelegt - als Vorkasse für eine Sause am Wochenende, die das Dorf so schnell nicht vergessen wird.

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Organisationstalente: Hartmut Evers (von links), Gerhard Zettel, Rita Schwabe, Almut Depping, Bettina Korff, Helmut Öhlerking und Karl-Heinz Schwabe.

Quelle: Patricia Chadde

Büren. Die Entscheidung wurde vor 18 Monaten getroffen. „Entweder wir lassen es bleiben oder wir packen richtig an“, erinnert sich Gerhard Zettel an den gemeinsamen Beschluss. Und während das in dem Dorf mit einer Vielzahl denkmalgeschützter Häuser laut Gestaltungssatzung nicht erwünscht ist, setzte das Dorfkomitee ganz bewusst auf blau: hellblau leuchteten die Jubiläums-T-Shirts mit Eulen-Logo, und der erhoffte strahlend blaue Himmel zeigte sich Sonntag beim Fest zumindest phasenweise.

Sie sind zudem selbstbewusst, die Bürener. Reisen nicht zu den Rockstars, sondern lassen sie vielmehr vor Ort antreten: Freitagabend, bei Bauer Schwabe auf dem Hof. 750 Fans feierten mit Neustadts Rockkantine, brachten die Scheune zum Beben. Natürlich wird auch selbst musiziert, Elfriede Riedel sitzt seit über 50 Jahren an der Orgel, logischerweise auch am Festsonntag gestern. Und singen lernt man früh: Die städtische Kindertagesstätte betreut Kinder aus zwölf Dörfern und studierte mit ihnen gleich sechs Strophen des plattdeutschen Liedes „Sing man tau“, ein, das unter begeistertem Applaus vorgetragen wurde.

In Büren fühlen sich auch „Zugereiste“ wohl, genießen Zusammenhalt und dörfliche Idylle. Ob Parkwächter Michael Adam aus Sehnde, Burglind Ruthemann aus dem thüringischen Bad Salzungen oder Exhannoveraner wie Jagdpächter Herbert Fruth, Marion Haustermann und Rainer Struck: Sie alle wünschen sich, dass ihr Dorf so schön und so sozial bleibt, wie es jetzt ist. Man kommt auch gerne vorbei: schon Karin Blumes Eltern lieferten aus Lutter Brot und Kuchen für das Dorf, inzwischen rückt Schwiegertochter Inga nach. Anja Quodt wuchs in Büren auf, lebt heute in Vardegötzen und freut sich über das Wiedersehen.

Lediglich einen Misston gab es: Ein 20-jähriger Neustädter pöbelte am Freitag beim Fest mehrere Gäste an. Er ließ sich auch vom Sicherheitsdienst nicht beruhigen und wurde schließlich in Polizeigewahrsam genommen.

Von Patricia Chadde

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