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Cat Stevens klingt auch auf Posaune

Helstorf Cat Stevens klingt auch auf Posaune

Es ist eine gelungene Kombination: Plattdeutscher Gottesdienst und Schmiedetag locken gemeinsam das Publikum von weit her an. Am Sonntag lauschten Menschen aus allen Ecken des Neustädter Landes und der Wedemark den Worten von Pastorin Annedore Wendebourg. Auch Besucher aus Berlin, Ostfriesland und Belgien waren dabei.

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Heinrich Rust aus Bassem, Margret Bohm aus Stöckendrebber und Pastorin Annedore Wendebourg sprechen den Segen.

Quelle: Susanne Döpke

Neustadt. Unter den Eichen herrscht dabei eine besonderer Atmosphäre - die hohen Bäume bilden gegenüber der Schmiede eine kleine Lichtung, die trotzdem unter dem Blätterdach der ausgedehnten Kronen liegt. Ein Posaunenchor, der sich aus Musikern aus Helstorf und umliegenden Orten zusammensetzte, spielte neben Kirchenliedern auch etwas Modernes: „Morning Has Broken“ von Cat Stevens. Der Altar war in einem kleinen Zelt aufgebaut und liebevoll mit Sonnenblumen und einem Kreuz aus der Partnergemeinde in Brasilien dekoriert. Dort standen auch Verstärker und Lautsprecher für das Mikrofon, damit Pastorin und Redner weithin gehört werden konnten, auch wenn einer der Oldtimertraktoren in Vorbereitung auf den anschließenden Schmiedetag in Richtung der Museumsscheune vorbeiratterte.

Viele Gottesdienstbesucher nahmen die Einladung Wendebourgs an, nach dem Gottesdienst zu bleiben: „Löpt nich gliek utennanner“, hatte die Pastorin vorgeschlagen. Ein kleiner Klönschnack auf Platt- oder Hochdeutsch mit Bekannten oder die Aussicht auf eine leckere Bratwurst, süße Kuchen und Torten vom Schmiedeverein mögen eine Rolle gespielt haben.

Alt die Sprache, immer jung das Thema: Teilt das tägliche Brot

Wenn Pastorin Annedore Wendebourg auf Platt predigt, stammt die Sprache zwar aus alter Tradition, doch die Themen sind aktuell. So auch am Sonntag beim Gottesdienst unter den Eichen. „Unser täglich Brot“ war das Thema, und das bedeutet auch, sagt die Pastorin, dass die Menschen in der westlichen Welt ihren Reichtum teilen sollten. Sie rief dazu auf nachzudenken, wie man selbst den Flüchtlingsfamilien helfen kann, die dieser Tage in vielen Gemeinden ankommen. Man könne vielleicht mit der deutschen Sprache oder im Alltag helfen. Am wichtigsten sei es, Wohnraum für die Menschen zu finden, die oft Schlimmes hinter sich hätten. Man müsse die Wohnung schließlich nicht umsonst hergeben, die Kommune komme für die Miete auf.

von Susanne Döpke

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