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DRK schafft die Kehrtwende

Otternhagen DRK schafft die Kehrtwende

Es ist noch nicht lange her, da stand das DRK Otternhagen vor dem Aus. Nun sind andere Zeiten angebrochen. Beim Kaffeetrinken und den Adventsfahrten herrscht großer Andrang. Als am Mittwoch Dorfchronist Friedrich Mauthe darüber referierte, wie im 19. und 20. Jahrhundert die Sozialversorgung im Dorf ausgesehen hat, waren alle Plätze im Gemeindesaal besetzt.

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Ingrid Völker vom DRK, Sabine Griesbach vom Sozialverband und Friedrich Mauthe freuen sich über einen gut besuchten Vortrag.

Quelle: Susanne Doepke

Neustadt. Den Vortrag haben Ingrid Völker vom DRK und Sabine Griesbach vom Sozialverband gemeinsam organisiert. Diese Zusammenarbeit ist einer der Schlüssel zum Erfolg der Vereine. Aber wie ist die Kehrtwende geglückt?

2009 stellte sich niemand für den Vorstandsposten zur Wahl, der Ortsverein stand vor der Auflösung. Schließlich übernahm Kassenwartin Ingrid Völker zunächst kommissarisch die Leitung. Anfangs ging es darum, die Blutspende aufrechtzuerhalten, doch neue Ideen mussten her, damit es wieder aufwärts gehen konnte.

Christa Möller und Uwe Münkel vom DRK Neustadt unterstützten die Otternhagenerin mit Rat und Hilfe. „Wir konnten bald wieder ein Kaffeetrinken ausrichten. Und für die ersten Adventsfahrten bekamen wir Kleintransporter vom DRK Neustadt - für dieses Jahr ist der Bus schon fast ausgebucht“, berichtet Völker. Der Durchbruch war die Idee, ein Frauenfrühstück zu veranstalten. Auf Anhieb kamen 20 Otternhagenerinnen, heute kommen zu den Terminen einmal im Quartal jeweils rund 50 Damen. „Das hat großen Auftrieb gegeben“, sagt Völker.

Als der Sozialverband im Ort vor etwa zwei Jahren vor ähnlichen Problemen stand, beschlossen Völker und die Sozialverbandsvorsitzende Sabine Griesbach, gemeinsam Veranstaltungen anzubieten. Das brachte Aufwind - als N ächstes ist ein gemeinsames Wurst- essen geplant. Nach dem Erfolg des Frauenfrühstücks wollen Völker und ihre Mitstreiter etwas für die Herren im Dorf tun: Am Dienstag, 6. Oktober, beginnt um 9.30 Uhr ein Frühschoppen für Männer. Anmeldung unter (0 50 32) 32 95.

Der Vortrag des Dorfchronisten: Dorfgemeinschaft versorgte Arme

Harte Zeiten herrschten im 19. Jahrhundert. Wer erwerbsunfähig wurde und kein Land besaß oder Unterstützung von der Familie bekam, wurde von der Dorfgemeinschaft versorgt, wie der Otternhagener Dorfchronist Friedrich Mauthe bei einem Vortrag über das Dorf vor der Sozialreform berichtete. Alte Steuerakten oder Rechnungsbücher geben einen Einblick, was die Gemeinde neben Kleidung und Essen gezahlt hat. Eine Möglichkeit, sich dieser Kosten zu entledigen, war die Verschiffung von Straffälligen nach Amerika. Sie wurden vor die Wahl gestellt, entweder über den großen Teich oder ins Gefängnis geschickt zu werden. In Otternhagen geschah das 1848 mit Wilhelm Gähle. Was genau er angestellt hat, lässt sich laut Mauthe nicht rekonstruieren, doch man erklärte ihn für „unverbesserlich“. Für 44 Reichstaler wurde er in die Neue Welt geschickt, ein Dorfbewohner brachte ihn aufs Schiff.

Von Susanne Döpke

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