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Kleinstadt in Leichtbauweise

Neustadt Kleinstadt in Leichtbauweise

Neustadt ist seit Sonnabend um fast 1300 Bewohner gewachsen - für eine Woche leben sie in einer straff organisierten Zeltstadt an der Leinstraße, dem Regionszeltlager der Jugendfeuerwehren.

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Zur feierlichen Eröffnung des 12. Regionszeltlager an der KGS marschieren 75 Jugendfeuerwehrgruppen aus 21 Städten und Gemeinden der Region Hannover auf.

Quelle: Susann Brosch

Neustadt. Bei der feierlichen Eröffnung durch Lagerleiter und Regionsjugendfeuerwehrwart Michael Homann am Sonnabend traten 75 Jugendfeuerwehrgruppen auf dem Sportplatz an. "Dies wird eine Woche der Superlative", ist Homann überzeugt. Zum dritten Mal wird das Regionszeltlager in Neustadt durchgeführt. 1120 gemeldete Teilnehmern aus 21 Städten und Gemeinden der Region Hannover, sind auf drei Zelt-Dörfer verteilt. "Wir haben 3000 Jugendliche in den Feuerwehren der Region. Etwa ein Drittel davon sind diese Woche hier in Neustadt zu Gast", sagte Homann.

Hinter den Kulissen sorgen 123 ehrenamtlichen Mitarbeiter für einen reibungslosen Ablauf. "2,4 Kilometer Kommunikationsleitungen haben wir vorab auf dem Gelände verlegt", sagte Marcus Niemeyer von der Feuerwehr Neustadt. Als Leiter der Technik ist er mit seinem Team für die Beschallung, das Internet und die Telefonanlage zuständig. Die technische Zentrale ist während der sieben Tage Zeltlager rund um die Uhr besetzt. "Das geht nur im Schichtsystem", erklärt Niemeyer weiter. Die Feuerwehrtruppe Gas-Wasser-Sanitär (GWS) rollte einen Kilometer Trinkwasserleitungen aus und stellte zwei Waschbecken-Anlagen im Außenbereich auf, sowie zwei Toiletten-Container. Das Technische Hilfswerk (THW) war ebenfalls vor der Eröffnung vor Ort. "Wir haben ungefähr drei Kilometer Stromkabel verlegt", sagte Wolfgang Wehrhahn, Ortsbeauftragter des vom Ortsverband Wunstorf.

In den drei Zelt-Dörfern Hachland, Moordorf und Großmoor ist jeweils ein Bürgermeister mit seinem Stellvertreter für die Einhaltung der Lagerregeln verantwortlich. Ein Dorf setzt sich aus den Zelten der einzelnen Jugendfeuerwehrgruppen zusammen. Im Dorf Hachland sind es 21 Gruppen, in Moordorf 12 und in Großmoor 17. Jede Gruppe hat ein oder mehrere Mannschaftszelte und ein Gemeinschaftszelt aufgestellt. „Wir achten darauf, das keiner über die Stränge schlägt“, sagt der stellvertretende Bürgermeister von Großmoor, Thomas Kupfer aus Bantorf. Doch nicht nur die Einhaltung der Regeln obligt ihnen, sondern sie sind auch Ansprechpartner bei Sorgen und Nöten ihrer Schützlinge. Eine Anschlagtafel nebem dem Zelt des Bürgermeisters informiert außerdem die Dorfbewohner über wichtige Bekanntmachungen im Lager. Am Haupteingang zum Regionszeltlager steht die Lagerwache. Abwechselnd ist jeweils eine Jugendfeuerwehrgruppe während einer sechsstündigen Schicht für die Sicherheit zuständig. Sie überprüfen die Zeltlagerausweise beim Verlassen und bei der Rückkehr. Wer alleine oder in kleinen Gruppen das Lager verlassen will, muss sich zusätzlich bei seinem Jugendwart ab- und wieder anmelden. Der Alltag im Zeltlager ist durchgetaktet. Er beginnt um sieben Uhr mit dem Wecken durch die Lautsprecheranlage. Ab acht Uhr ist Frühstückszeit, um zwölf Uhr geht es zum Mittagessen und um 18 Uhr gibt es Abendbrot. Von 13 bis 14 Uhr ist Mittagsruhe angesagt. Körperlich anstrengende Spiele und Lärm sind dann untersagt. Die Nachtruhe beginnt um 23 Uhr.

Die Versorgung der Teilnehmer im Lager ist Aufgabe der Verpflegungstruppe Poggenhagen. Ein Team mit 35 Personen rund um Küchenchef Manfred Gangers schnibbelt, kocht und brät in der Küche der KGS-Mensa. „Heute Mittag gab es 1150 mal Currywurst mit Pommes Frites. Wir haben dafür 275 Kilogramm Pommes fritiert“, sagt der Küchenchef. „Das es geschmeckt hat, ist an den zufriedenen Gesichtern der Kinder an der Abwaschstraße zu erkennen“, sagt der stellvertretende Regionsfeuerwehrwart und Pressesprecher Daniel Imhof schmunzelnd.

Die Zeitung „Patti On Tour“ berichtet täglich über Ereignisse aus dem Lager. Es werden auch Grüße abgedruckt und jeden Tag gibt es ein Gewinnspiel auf der letzten Seite. „Beim vergangenen Regionszeltlager konnten wir sogar über eine Lagerhochzeit berichten“, erzählt Chefredakteur Michael Berla. Die Zeitung erscheint mit einer Auflage von 200 Stück und kann jeden Morgen in der Lagerleitung aus den Postfächern der Gruppen geholt werden.

Am Vormittag, am Nachmittag und am Abend stehen Sport, Spiel und Spaß auf dem Programm. Mehrere Höhepunkte sind im umfangreichen Programm zu finden. Am Dienstag, 27. Juni, beginnen um 20 Uhr die Dorffeste. „In einem der vergangenen Regionszeltlager verkleideten sich die Dorfbewohner zum Thema Weihnachten und andere zum Thema Schützenfest“, erzählte Imhof. Was präsentiert wird ist der Lagerleitung vorab nicht bekannt. „Die Jugendfeuerwehrgruppen denken sich das alles selbst aus“, so Imhof weiter. Am Mittwoch werden Workshops angeboten. Bei zwölf spannenden Aktionen hatten die Jugendlichen die Wahl der Qual. Von Bagger fahren, über Kanutour auf der Leine, Bubble-Soccer oder Lasertag bis zur Mitarbeit an der Lagerzeitung war ein umfangreiches Angebot geschaffen worden. Am selben Abend wird dann die Live-Band „Grace“ auf der Bühne in der Freilufthalle für Party-Stimmung sorgen. Am Freitag, 30. Juni wird ab 20 Uhr der Lagermeister gekührt. Die Jugendgruppe, die bei den sportlichen Wettkämpfen und Aktionen die meisten Punkte erhalten hat oder vorbildlich Ordnung in den Zelten hält, wird Zeltlagermeister. Der letzte Abend des Zeltlagers wird anschließend zu Discomusik ausklingen.

Das Regionszeltlager in Zahlen:Zur Vorbereitung wurden 1000 Meter Trinkwasserleitungen, 2,4 Kilometer Kommunikationsleitungen und drei Kilometer Stromkabel verlegt. 75 Jugendfeuerwehrgruppen aus 21 Städten und Gemeinden der Region Hannover sind auf drei Zelt-Dörfer verteilt. Die Dörfer belegen insgesamt eine Fläche von 20.000 Quadratmeter. Pro Mahlzeit werden in der Mensa 1150 Essen ausgegeben.

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Von Susann Brosch

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