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Ein Staurecht als Sicherheitsriskio?

Neustadt/Wunstorf Ein Staurecht als Sicherheitsriskio?

Das umstrittene Staurecht der Ecksteinmühle kommt auf den Prüfstand von Stadt und Region. Sind es nur "Unklarheiten" in der bisherigen Regelung, die beseitigt werden müssen? Anwohner fürchten weiter Überflutungen.

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Die Kleine Leine (hier unterhalb Zwischen den Brücken) überflutet häufig angrenzende Flächen. Ist das Staurecht an der Ecksteinmühle dafür verantwortlich?

Quelle: Benjamin Gleue

Neustadt. Die frühere Getreidemühle am Nebenarm der Leine hat ein historisches Wasserrecht aus dem Jahr 1923. Darin ist generell das Recht verbrieft, das Wasser der Kleinen Leine für den Betrieb der Mühlräder anstauen zu dürfen. Nun sind Mahlwerk und Antrieb längst durch Turbinen ersetzt, mit denen der heutige Eigentümer Strom gewinnt. Im Jahr 1999 hatte die damalige Bezirksregierung des Wasserrecht entsprechend überarbeitet. Dabei sei es, so bewertet Neustadts Verwaltung das Regelwerk, "bedauerlicherweise zu Unklarheiten gekommen." Diese sollen jetzt durch "eindeutige Regelungen" ersetzt werden.

Die "Unklarheiten" sind nach Meinung zahlreicher Anwohner seit Jahren für Überschwemmungen der Kleinen Leine verantwortlich zu machen. Vor allem Bewohner des Silbernkamps, eines Wohngebietes wenige hundert Meter oberhalb der Staustufe, sehen ihre Immobilien von Hochwassern bedroht, haben regelmäßig mit Wasser in ihren Kellern und überfluteten Wegen zu tun.

Immer wieder war in den vergangenen Jahren höchst umstritten, in welchem Maße das Staurecht an der Mühle zu Überflutungen angrenzender Flächen beigetragen hat. Aus dem Rat der Stadt hatte vor allem UWG-Politiker Willi Ostermann - selbst Am Silbernkamp lebend - immer wieder auf seiner Meinung nach klare Zusammenhänge verwiesen und neue Regelungen für Staurecht und Abfluss des Wassers in der Kleinen Leine gefordert. Bisher weitgehend erfolglos.

Jetzt liegt ein neuer Entwurf für das Wasserrecht der Mühle zur Beratung in den politischen Gremien vor. Am Mittwoch, 3. August, soll der Ortsrat der Kernstadt über das Regelwerk und die städtischen Änderungswünsche beraten. Aus Sicht der Stadt steht fest: "Der Betrieb der Ecksteinmühle und die Überwachung durch die Aufsichtsbehörde soll in Übereinstimmung mit den Interessen der Stadt Neustadt künftig eindeutig geregelt werden." Ostermann sieht den Entwurf dagegen in höchstem Maße kritisch: "Wenn das so umgesetzt wird, ist der Silbernkamp mehr gefährdet als jemals zuvor". Neue Festlegungen zum Pegelstand und zur Stauhöhe würden das Risiko von Überflutungen "eher erhöhen" und der geforderte Einbau einer elektronischen Online-Überwachung bringe nichts.

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Von Dirk von Werder

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