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Wird Flüchtlingsheim ein Finanzdesaster?

Neustadt Wird Flüchtlingsheim ein Finanzdesaster?

Die ersten Aufträge sind vergeben: Für sechs Millionen Euro entsteht auf städtischem Grund und aus städtischer Kasse ein Flüchtlingswohnheim an der Bunsenstraße. Ratspolitiker Thomas Iseke befürchtet ein Finanzdesaster.

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Zur Zeit leben 180 Flüchtlinge in Sammelunterkünften wie dieser in der früheren Grundschule Am Goetheplatz.

Quelle: von Werder

Neustadt. "Die ganze Kalkulation stimmt hinten und vorne nicht", sagt Freidemokrat Iseke, von Beruf Gastronom, aber als Diplom Ökonom betriebs- wie volkswirtschaftlich geschult.

Die Stadt rechnet mit Gesamtkosten von sechs Millionen Euro; sieht laut Behördensprecherin Nadine Schley, "überhaupt keine Schwierigkeiten, den Bau zu finanzieren". In dem Wohnheim würden 150 Menschen untergebracht, sollte es in wenigen Jahren nicht mehr als Flüchtlingsunterkunft benötigt werden, könnten die Wohnungen frei vermietet werden - "die Nachfrage nach preiswertem Wohnraum ist da".

Iseke sieht das generell anders. "Zunächst klingt die Rechnung ja ganz plausibel. 150 Plätze, für jeden fast 400 Euro Monatsmiete. Hochgerechnet sind das nach zehn Jahren 7,2 Millionen Euro." Doch das Ganze sei eine Milchmädchenrechnung: "In den Kosten ist keine Bauunterhaltung kalkuliert." Sollte das Gebäude nach mehreren Jahren als Flüchtlingsunterkunft zu Sozialwohnungen umgenutzt werden, "muss es mit großer Wahrscheinlichkeit grundsaniert werden"; zudem gebe es anschließend "mit Sicherheit keine 400 Euro Mieteinnahmen pro Bewohner".

Iseke ist im Rat mit seinen Bedenken gescheitert. Der Bau ist grundsätzlich beschlossen, Aufträge für fünf Millionen bereits vergeben. Im Sommer sollen die Gebäude bezugsfertig sein. Zurzeit hat die Stadt 180 Flüchtlinge in Sammelunterkünften untergebracht. Bis Ende April werden 100 weitere Neuankömmlinge erwartet. Die Kommune sieht daher Eile geboten.

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Thomas Iseke traut der Kalkulation der Stadt nicht.

Quelle: PHOTOWIRESPEEDNG

Von Dirk von Werder

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