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Die Bahn-Stadt-Regions-Blamage

Neustadt Die Bahn-Stadt-Regions-Blamage

Der Fahrstuhl als einzige Verbindungsmöglichkeit zwischen Mittelgleisen und Stadt ist wieder defekt. Der Ärger von Betroffenen richtet sich längst nicht mehr nur gegen die Bahn, sondern auch gegen Stadt und Region.

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Der Fahrstuhl am Bahof Neustadt ist erneut ausgefallen. Entgegen den Hinweisen auf Schildern auf dem Gelände können Behinderte die Gleise zwei und drei nicht erreichen.

Quelle: von Werder

Neustadt. Erst am 24. August hatte die Bahn freudig vermeldet: "Der Aufzug im Bahnhof ist wieder in Betrieb und funktioniert wieder zuverlässig". Die Formulierung "wieder zuverlässig" klang in den Ohren leidgeprüfter Neustädter schon damals gewöhnungsbedürftig. Denn die Geschichte des Fahrstuhls ist eine Geschichte häufiger  Störungen. Nach diversen Ausfällen titelte die Leine-Zeitung schon im März 2011 "Ein Fahrstuhl voller Peinlichkeiten". Vorher wie nachher vergingen allenfalls Wochen zwischen einer häufig monatelangen Störung und der nächsten.

Jetzt steht die Anlage erneut; seit dem 9. September, teilte eine Bahnsprecherin gestern mit. Und kündigte an: "Das notwendige Ersatzteil liegt bereit und wird kurzfristig eingebaut. Wir rechnen damit, dass der Aufzug bis Ende dieser Woche wieder läuft."

Der Ärger vieler Nutzer richtet sich indes nicht nur gegen die Bahn. "Man muss sich das doch mal vorstellen", sagt Dietmar Simoneit, Sprecher mehrerer Selbsthilfegruppen in Neustadt (unter anderem Diabetiker), "hier wird alles neu gemacht, ZOB, Rampen - nur der alte Fahrstuhl bleibt".

Tatsächlich haben die Region als Träger des ÖPNV und die Stadt in Millionenhöhe in einen neuen Zentralen Omnibusbahnhof investiert, haben die Zuwegung zum Tunnel beiderseits der Gleise erneuert. Der Fahrstuhl allerdings ist der alte und störanfällig wie seit dem Bau Anfang 2000. Von einer Mitverantwortung wollen Stadt und Region so recht nichts wissen. "Das ist Sache der Bahn", sagt Stadtsprecher Stefan Bark gestern auf Anfrage. Die Stadt habe die Bahn "einmal mehr" auf den Ausfall des Fahrstuhls hingewiesen. Mehr könne sie nicht tun.

Und Regions-Sprecherin Christina Kreutz teilte auf Anfrage mit: "Wir bestellen den ÖPNV", zuständig für den Betrieb sei die Bahn AG als Auftragnehmer. Allerdings wisse die Behörde um die Mängel, habe einen Bahnsprecher unlängst vor den Verkehrsausschuss gebeten. Der habe technische Verbesserungen angekündigt.

So werden Behinderte in die Irre geführt

Die Information ist unmissverständlich. Wer das Bahnhofsgelände vom Busbahnhof kommend betritt, sieht über dem behindertengerechten Zugang zum Tunnel ein blaues Schild, weiß beschriftet: Zugang zu den Gleisen zwei und drei, für Rollstuhlfahrer geeignet.
Ärgerlich nur, wer aktuell dem Hinweis vertraut und mit Rollstuhl oder Rollator in die Unterführung fährt. Unten angekommen, steht zwar zentral der Fahrstuhl– doch, wie so oft in den vergangenen Jahren, steht dieser im wahrsten Sinne des Wortes. Ein rotes Licht zeigt an: defekt. Nach oben? auf diesem Weg nicht. Eine Telefonnummer ist angegeben; im Störfall zu benutzen. Geholfen wird dem Anrufenden indes nicht. Das Problem sei bekannt, der Fahrstuhl werde repariert.vw

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Der Fahrstuhl am Bahof Neustadt ist erneut ausgefallen. Entgegen den Hinweisen auf Schildern auf dem Gelände können Behinderte die Gleise zwei und drei nicht erreichen.

Quelle: von Werder

Von Dirk von Werder

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