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Der Weiße Ring ist immer häufiger gefordert

Neustadt Der Weiße Ring ist immer häufiger gefordert

Seit 40 Jahren gibt es den Weißen Ring, der Opfern von Kriminalität hilft. Manfred Henze, zuständig für 600000 Einwohner in der Region Hannover, zieht eine Bilanz. Betroffen seien vor allem Senioren, alleinstehende Frauen und junge Mädchen.

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Manfred Henze weist sich aus: Er leitet den Weißen Ring in der Region Hannover

Quelle: Patricia Chadde

Neustadt. Der Weiße Ring wird 40 Jahre alt. Die größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität wurde am 24. September 1976 in Mainz von  ins Leben gerufen - darunter der Journalist und Moderator von "Aktenzeichen XY ...ungelöst" Eduard Zimmermann. "Damals wie heute steht der Weiße Ring dafür, Opfern eine Stimme zu geben", sagt Manfred Henze, Leiter der Außenstelle Region Hannover.

Aktuell, so berichtet der pensionierte Polizeibeamte Henze - bis Mitte 2015 leitete er das Polizeikommisariat Neustadt - von einer Zunahme an Delikten, die seine zwölf Mitarbeiter in der Region beschäftigen: "Betroffen sind drei Gruppen der Gesellschaft: Senioren, alleinstehende Frauen, aber auch junge Mädchen." Letztere seien in nie gekanntem Ausmaß vom Einsatz sogenannter K.-o.-Tropfen bedroht. Wenige Tropfen im Getränk und die Opfer seien über Stunden wehrlos ihren Peinigern ausgeliefert, Sexualdelikte in dieser Zeit seien nur schwer zu beweisen. Andere, alleinstehende Frauen oder auch Senioren beiderlei Geschlechts, würden von Betrügern reingelegt, "und schämen sich anschließend häufig, zur Polizei zu gehen." Der Weiße Ringe helfe dennoch, falls Hilfsanfragen kämen. Für das laufende Jahr rechnet Henze mit bis zu 500 Opfern von Kriminalität, die der Weiße Ring in der Region betreut.

Anlässlich des 40jährigen Geburstages des Opferschutzvereins findet eine Bundesdelegiertenversammlung am 24. September im Steigenberger Airport Hotel Frankfurt statt. Henze vertritt dabei als Delegierter Niedersachsen. Einen Tag zuvor nimmt der Neustädter auch an dem feierlichen Festakt in der Frankfurter Paulskirche teil.

In 40 Jahren wurde viel erreicht, sagt er: So hat sich nicht nur die finanzielle Unterstützung für Kriminalitätsopfer seitens des Staates verbessert. Opfer haben auch im Strafprozess mehr Rechte als früher. "Getan ist unsere Arbeit aber noch lange nicht", sagt Henze. Denn zum einen hat sich die Zahl der polizeilich erfassten Straftaten seit 1976 verdoppelt. Zum anderen drehe sich in der öffentlichen und medialen Wahrnehmung zu häufig noch immer alles um den Täter, das Opfer bleibe in seiner Not, mit seinen Belangen und Bedürfnissen außen vor. "Hier gegenzusteuern ist eine Kern-Aufgabe unseren Vereines", so Henze.

Die tragende Säuledes Vereins bildet bis heute bürgerschaftliches Engagement. "Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter sind unser Rückgrat", betont Henze. "Ohne ihren Einsatz wäre Opferhilfe in Deutschland nicht leistbar." Und weiter: "Wenn es den Ring nicht schon gäbe, müsste er erfunden werden -diesen Satz haben wir in den Jahren unseres Bestehens von vielen Menschen gehört, denen wir geholfen haben", sagt Henze.

Von Dirk von Werder

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