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Jugend im Umbruch

Neustadt Jugend im Umbruch

Der klassische Jugendtreff in den Dörfern hat ausgedient - Ausnahmen bestätigen auch in diesem Fall allenfalls die Regel.

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Ein Beispiel gegen den Trend: In Poggenhagen floriert der Treffpunkt der Jugendinitiative JIP. c

Quelle: privat

Neustadt. Es ist fast eine Randnotiz im politischen Tagesgeschehen in Neustadt: Die Verwaltung schlägt vor, sämtliche Pläne für den Bau eines Jugendtreffs in Suttorf zu begraben; zehn Jahre, nachdem samt und sonders ein eigener Bebauungsplan für den Treffpunkt aufgestellt worden war. "Das waren andere Zeiten", sagt jetzt Ortsbürgermeister Jochen Marten (SPD), seinerzeit habe es eine große Gruppe Jugendlicher gegeben, die sich für einen festen Treff engagierte, die sich für eine Übergangszeit auch einen Bauwagen organisiert hatte. Bedarf heute? "Eher nicht", sagt Marten. Die aktuelle Generation 15 plus habe sich mit dem Zustand arrangiert, sei in der Feuerwehr oder in Vereinen aktiv. Der Verzicht auf den Jugendtreff ist demnach ein Selbstläufer, der die politischen Gremien nicht lange beschäftigen wird.

Noch 2005 gab es nach Auskunft der städtischen Jugendpflege zwölf feste Treffpunkte für den Nachwuchs in den Dörfern, aktuell sind es noch drei: Poggenhagen mit einem eigenen Jugendhaus auf dem Dorfgemeinschaftsplatz, Eilvese mit einem von Dorfgemeinschaft und Nachwuchs erstellten Treff am Balschenweg und Basse, wo die "BaJuKit" (steht für Jugend- und Kindertreff") Räume im Gemeindehaus nutzt. Treffpunkte wie in Helstorf oder Bordenau sind mittlerweile aufgelöst; andere wie in Mandelsloh sollen wieder belebt werden.

"Allgemein ist die Nachfrage in den Dörfern eher rückläufig", sagt Stadtsprecher Benjamin Gleue. Die große Zeit der Jugendinitiativen in den 1990er Jahren sei vermutlich vorbei. "Das war vor den Zeiten von Facebook und Whatsapp", Jugendliche träfen sich heute vermehrt spontan nach allenfalls kurzfristiger Absprache. Auch die persönliche Bindung an das "eigene" Dorf habe offenbar vielfach nachgelassen.

Es gebe, sagt Gleue, zwei Grundvoraussetzungen für einen funktionierenden Jugendtreff: ausreichend Jugendliche, die ein solches Angebot wünschen und regelmäßig nutzen und: "Eltern oder auch Ehrenamtliche, die ein Projekt vor Ort unterstützen". Falls beide Vorgaben erfüllt seien, könnten Jugendgruppen und/oder Trägervereine Unterstützung der städtischen Jugendpflege erwarten. Möglich seien Zuschüsse für Materialbeschaffung, Renovierungsarbeiten oder für den Kauf von Einrichtungsgegenständen. Auch Veranstaltungen können unterstützt werden, für Aus- und Weiterbildungen von Jugendleitern sowie weitere Aktionen wird ebenfalls Geld bereitgestellt. Die Stadtjugendpflege bietet unter anderem regelmäßig die Ausbildung zum Jugendleiter (Juleica) an – der aktuelle Kurs läuft derzeit immer montags um 17 Uhr. Der Haushaltsansatz zur Förderung etwa einer Teilnahme sozial benachteiligter Kinder und Jugendliche betrage pro Jahr 21600 Euro, für die Jugendtreffs in den Ortsteilen stehen 9100 Euro zur Verfügung.

Von Dirk von Werder

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